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11. April 2016

bernsteinaugen

Freitag 08 April 2016
Bernsteinaugen mit dunklen Einsprengseln, glitzern in allen Farben. Oder doch dunkle Linien. Sie verteilt Flugblätter, ein interessanter Aspekt darauf ist die Theorie zur Verschwörung der Gewerkschaften mit den Arbeitgebern, der Arbeitskampf sei im Vorfeld in Länge und Ergebnis und Kosten abgesprochen.

Vierte Internationale , Trotzki, GPU, wer es wissen will. Enteignung. Sonst alle Fehler wie gehabt.*

Wir kommen ins Gespräch über meine Bemerkung, das tauge zu Erklärungen zum Verlauf des Streiks. Aber es ist nicht genug passiert für eine Räterepublik. Ich bin noch hilflos, dafür nicht tragisch.



Sie erwidert mir etwas, ich bin gerührt und rücke ihre Naivität, die jung und gering ist, zurecht. Sie hört mir mit einer ehrlichen Begeisterung zu und sieht mir in die blauen Augen, ich möchte nicht glauben, dass sie bei den alten Augen etwas sieht, muss aber darauf hoffen, doch manchmal dunkeln meine Augen schön, damit ich ihr ewig in die Bernsteinaugen mit dunklen Einprengseln die so schön funkeln sehen kann. Auch sie können dunkeln aber anders, lichtes Dunkeln. Und weiteres Gefunkel, und die Funkeln changieren über den ganzen Regenbogen in ihren Bernsteinaugen und funkeln. Funkeln. Es glitzert, ja das ist lustig, die vielen Farben lächeln. Je mehr ich mich über sie beuge meinen Gesichtskreis auf ihre Augen einenge umso heller wird es. Ich komme ihr nicht nahe, damit sie mich ganz ausleuchten kann mit ihren Augen. Und ich quatsche ums Leben, ich rede aber auch um ihr Leben. Würde sie am liebsten anschreien: Sei doch nicht naiv. Was dein Verein will, das gibt es nicht!

Sie in die Arme schliessen und darüber weinen. Danach hätte man sich immer noch näher kommen sollen oder auch nicht. Aber so? Theoretisch abstrakt. Es wird nichts.

Ich kenne das Licht, ich schwebte einmal mit dem Fahrrad darüber, im völlig entlaubten Wald, es wirkte wie graue Buche, die Sonne drang ungehindert durch die Kronen, der blaue Himmel gab dennoch keine Farbe ab, und sie spiegelte sich auf dem Untergrund aus orange-gelbem Laub und hob einen auf ihrem Licht ab, ich radelte, die helle milde Sonne unter mir bodenlos.

Es ist nicht nur die Seltenheit der Augenfarbe es ist die Sympathie. Und das Gold leuchtet. Das Licht und der Verstand und das Universum. Die Intelligenz ist so naiv. Erstaunlich wie anschaulich und lange man sich das merkt.
Vielleicht war sie gewöhnlicher als, ihre Augenfarbe. Vermutlich war ich verliebt genug, um das nicht zu unterstellen. Sie sieht nur die Reaktion auf ihre Augenfarbe, und das ist ein seltsamer Spiegel der Wirklichkeit, der sie immer neugierig besonders anstarrt. Sie sieht indirekt durch ihre besondere Augenfarbe. Sie muss selbst neugierig sein. Aber der Gedanke war, untergründig beunruhigte mich das wohl, wie sollte die Augenfarbe sie ungewöhnlicher machen? Mein angeblicher Beschützerinstinkt galt nicht einer Liebe, sondern der Zukunft eine Kindes ohne persönliches Interesse, und das war auch schön, weswegen ich faselte als ginge es um mein Leben. Es oszillierte: Ungewöhnlich - Gewöhnlich. Mein - nicht mein. Ich wusste nicht wie einfach sie wäre, und es wäre ein kapitaler Fehler ein Urteil wie auch immer geartet auszusprechen. Irgendetwas zuzugeben: Liebe, Hass, Interesse, was auch immer. Peinlich. Vermutlich sicher falsch. Sie war durchsichtig und gab nichts preis. Keinen Gedanken.

Umgekehrt: Ich alte Bernsteinaugen, sie blaue dunkle. Sie fasziniert. Was hätte sie gemacht, wenn sie sie sich für ihre Kinder gewünscht, sie hätte besitzen mögen, die Augen. Ein Messer, in mich hineingerammt. Und dann gemerkt, daß das der falsche Ansatz war. Aber Wut, Besitz. Das steht ihr zu. Zustand! Wir besitzen offensichtlich nicht alles. Uns jedenfalls nicht. Wir können uns nicht schenken. Oder doch? Warum muss ich immer lernen. Sie nicht. War ich dumm? Ewiges Schweigen. Verdammt, das ist die Hölle.

Als Arbeiter und Soldat gebe ich ihr meinen Rat, und offensichtlich immer mehr meiner Erfahrung, die sie nicht hat, vielleicht nutzen will, aber offensichtlich um davon abzulenken, dass ich ihr länger in die Augen schauen will. Als Soldat hat man so seine Erfahrungen gemacht und mörderische Pflichten, so kann man seine ganze Theorie mit starkem Hang zur Verschwörung, Bestechung und Denunziation ausbreiten, obwohl man das nicht meint. Sie wirkt vor allem empfänglich dafür, weil sie eine sozialwissenschaftliche Studentin mit Ambitionen zu Gerechtigkeit ist, Lehramt vielleicht, die lieben Kinder, müssten den ganzen Tag ihre Augen malen, jahraus jahrein, und der Partei der sozialen Gerechtigkeit angehört, die dem World socialist Web, jedenfalls, hoffe ich dass sie irgendwo Kommissarin, hochoffiziell weitbekannt, berüchtigt, meinetwegen auch grausam, nur nicht namenlos untergegangen, ist, damit ich sie mit Foto im Internet bei ihrer Partei wiederfinde. Ihre Statue müsste später auch Bernsteinaugen bekommen. Aber es gibt keine Fotos oder Funktionäre, wie schade. Seltsam.

Stalin sang, sie leuchtet.

Der häßliche Betonort vor dem Gebäude ist geheiligt.

Hätte ich ihr sagen sollen, dass sie schöne Augen hat? Wusste sie es nicht schon. Es war so selbstverständlich, dass man an der Ehrlichkeit der Liebe zu seinem Kind zweifeln könnte, denn es hat sich ebenso selbstverständlich angefühlt, aber da es dieselbe Liebe wie zum eigenen Kind war, allerdings sehnsüchtig, hat es eine Zukunft? Man hätte ein für allemal mit seiner Sexualität endlich platzen können, einmal für immer, und weg gewesen, es wäre auch richtig gewesen. Poff, alles vollgeschleimt, vollgesabbert. Ich klebe überall als Einzeller. Dann die Diskussion selbstverständlich, man ist wieder da, dennoch, weiterführen, es gibt ja auch andere wichtige Dinge. Das wusste ich allerdings da noch nicht. Oder eher passiv als von seinen Eltern geliebtes Kind. Ach wie glücklich man manchmal in der Sehnsucht ist.

Die Augen: Da leuchtet doch etwas, wir stehen im Schatten. Dahinter brennt ein großes fernes Feuer, aber unbeweglich phosphoreszierend.
Komm wir gingen in den Untergrund! Im Paradies könnten wir die Verschwörung erfinden.

Zwischenzeitlich hatte ich ein Bild, wie sie bei ihrer nächsten Parteisitzung zwischen ihren charmanten jungen Revolutionären, Sängerknaben, sitzt, die eifern und agitieren, idealistische HaustyrannenSitInagitation, ich kann dieses Gefingere auf den Parties einfach nicht ab, wenn einen die Mädchen anfassen, die Jungs anfassen und sie nicht befriedigen, schlimmer während der Befriedigung abbreche, mir sagen lasse, Ja sag mal, spinnst du?, schrill, wie sie dort meine Ideen vorträgt. Habe ich ihr ein Argument an die Hand mitgegeben, dass sie dort schreit, aufstehen muss, vorträgt: "Die jungen Herren missbrauchen uns zum Unterschlupf, wir müssen die Angepassten spielen, ihnen Geld auftreiben, lügen, nur weil sie pfiffig sind, smarte Jungs, hysterisches Vieh, das alles richtig macht, wenn es der Herde folgt, entgegen jeder auch der dümmsten Erfahrung, zittern um jeden der uns lieb ist, falsche Freiheit der Geschichtsgestaltung, und zum Schluß klagen sie uns der angepassten Bourgeoisie, Reaktion an, willkürlich, Terror", denn das oder Gleichgültigkeit ist die Logik von erfolgreichen Sprengstoffgürteln, weswegen die Partei die Wahrheit ist und sein muss, und der bloßgestellte wütende Vorsitzende seine Pistole zieht und sie erschießt? Süße ewige Treue. Süße Aufständlerin. Ach, ich wünschte mir sie dächte und regierte die Welt. Sie weiß doch, was Liebe ist. Wie sollte sie?

Sie spielte nicht mit mir, weil sie mit sich nicht spielte. Deswegen verstand sie langsam. Idealistisches Eingeimpfe. Würde wirklich gern wissen, was sie daraus macht. Ihren Jüngling schräg ankucken. Immerhin.

Diese Augen: Bernstein mit schwarzen Sprenkeln. Das ist doch für die Ewigkeit. Was ist daran meine? Was wird ihre. Aber bitte geplant, keine Zufälligkeiten, nicht, dass ihr etwas passiert! Planwirtschaft ohne Abweichung. Meinetwegen kann ihr alles Unglück passieren, oder Glück, nur frei muss sie sein, total frei. Und dann Totales Glück für das Kind, vielleicht bekomme ich dann auch noch eine Rolle. Welche Rolle in der Totalität? Glanz, golden. Wie stelle ich mir meine Freiheit vor? Man muss doch so vieles lernen. Schmuggel zum Beispiel. Der Kapitalismus siegt immer, also in der Internationale. Was ist das denn? Das Geld kommt aus dem Tempel, aus der heiligen Handlung, was heiligt meine Königin? Muss mir was ausdenken. Ich bin doch völlig fantasielos. Vielleicht doch nicht: Ich stelle mir vor, was sie in mir sah, sehen könnte. Denn sie sieht mich immer noch an, es glitzert. Ich bin doch kein Kind? Das erste mal, dass ich das erfahre. Ich war nicht unschuldig. Sie schon. Ich kindisch, sicher. Golden.

Ach wir haben nicht gelacht. Hätte sie gelacht, wäre das hell explodiert, wie eine Supernova. Und ich wünsche mich in die Nähe! Ich bin ein verdampftes ätherisches Wesen für sie. Also schwärmt sie für mich, ich wusste es.
Ich sehe sie an. Jetzt ist es tragisch.

Nun ja schade, sie hat das Thema auch nicht angesprochen, Herzklopfen hatte sie auch nicht.

Nach einer gedehnten, zäh gefühlt, halben Stunde breche ich mit einer lieben freundlichen Verabschiedung mein Salbadere ab, da es in irrealen Sphären schon längst abhob. Ich hätte hier versteinern mögen, auch wenn sie in zwei Stunden für ewig gegangen wäre. Es wäre Glück geblieben.

Im Nachhinein, sie hat doch einen Freund, den falschen. Aber die Augen das vererbt sich doch. Beim nächsten Streik, einige Jahre danach. Sie hat doch bestimmt schon Kinder. Kann doch gar nicht sein, daß diese Augen niemand vergewaltigt, verschlingt, nur um sie für immer zu besitzen. Wobei sie meinen Jagdinstinkt nicht geweckt hatte, sondern besänftigt. Das Monster der Schuld gestreichelt. Man müsste wie Gott alles ausscheissen können, auch so etwas wie sie. Mehr kann ich doch nicht. Ich bin doch natürlich, naturlasiert. Köpfe auf den Spießen schweben vor dem Fenster vorbei. Das spielt doch hier und immerdar keine Rolle. Ja ihre Rettung ist nur Enteignung, aber sie ist zu naiv um demagogisch zu sein, zu werden. Sie lebt in meiner Zeit, sollte aber bei Sokrates in die Rhetorikschule, die nächsten 2000 Jahre üben, sonst ist sie verloren.

Dafür ist sie zeitlos.

Man kennt die Bernsteinaugen von Wölfen und Füchsen, aber sie jagt nicht, wie ein Wolf, der nicht ans Jagen denkt, dieser freundliche Wolf. Das bleibt natürlich so, die Welt ist so. Ihr Blick erinnert an kein Tier.

Warum habe ich ihr nicht die Hand gegeben, das wär doch einfach, wenn auch verfänglich. Es hätte etwas an dem Blick erklärt.

Ich habe ein Bild eingefügt, natürlich sind alle Bernsteinaugen faszinierend, aber das allein war es nicht. Und das Internet gibt nicht alles her, aber ein Ansatz zum Abheben gibt es her, jeder suche in sich nach Bernsteinaugen. Damit ich dich wiedersehe. Damit ich sehe, was Du siehst. Wie du die Welt freundlicher siehst, weil sie dich freundlicher ansieht.

War ich freundlich, das ist relativ, aber ich kam wohl so an. War ich charmant, weltgewandt unterhaltend, wie heißt das Geplaudere, causieren, nein das kann ich nicht, nein es war verkrampft, und ich war stocksteif, aber das schadet nicht, auch das wurde fasziniert aufgesogen, wie die Augen aufsogen.

Man vergeht, Vergänglichkeit. Vor Lust vergehen, aber ohne Lust. Ob mit oder ohne. Ruhen. Satt in der Mitte ruhen, wie im Sattel, der schwebt, trabt, auf und ab. rund. Gewiegt.

Also wenn man bei Aktien verliert ist man hinterher schlauer. Hab ich was gelernt? Irgendwie nicht. Seligkeit.

Träume ich oder sieht mich das Kind an. Was für eine Wirklichkeit. Aber sie war nicht in mich verliebt. Wenn du das liest, kannst du es kommentieren. Wir finden uns wieder, wo bliebe das Happy End? Wir sehen uns nicht wieder, ich sehe dich. Und ich sehe durch dich, was du siehst. Wer sieht, wer sieht? Wie nett durch Bernsteinaugen.

klein Schutz-Engelche

"Da strich nicht etwa von der Sonne,
an uns vorbei ein lichter Schein,
und ich gedachte voller Wonne,
Das wird des Kindes Engel sein."

*(Lenin war nach Haffner erfolgreich, weil Ludendorff ihm 20.000 RM spendierte. Die Bolschewisierungspanik kostete im Amerika den brechtschen Sacco und Vanzetti das Leben. Trotzki hatte wohl kein historisches Gespür. Strauss : "Ich habe Herrn Wehner immer einen Instinkt für politische Chancen und für politische Gefahren zugesprochen".)

Fortsetzung : diotima

6. April 2016

D E R _ Z E T T E L

Die Hörerinnen sind über Arno Schmidt zu belehren:

Zum Verständnis von Schmidt benötigen wir je zu einem Drittel: Agnostizimus/Atheismus -- Erotik (als Mittel) -- Sprachzerstörung.


Die ersten beiden können wir nachweislich verwerfen, die letzte funktioniert zu 75%, bleibt:


1 - 0,33 -0,33 - 3/4x0,33= 0,08


Liebe Hörerin, wenn sie von Schmidt auf Anhieb 10 Prozent seiner Ländlichen Erzählungen, oder einer 40/1 Plakatseite (= 12 Seiten) Zettelstraum (à 111 Plakate, BA: à 128 [?]) verstehen, sind sie nicht zu belehren, sondern naturgegeben literaturverständig.



5. April 2016

vorgeblich


Ich glaube nicht, dass man die Nichtexistenz eines (oder mehrerer Götter) beweisen muss: Streichen Sie ihn/sie einfach aus den Axiomen Ihrer Weltanschauung! Dann braucht man sich nicht um das Geschmeiss zu kümmern, ist eh alles Quatsch!

1 schönen Tag noch!
LOG



Creiert Dienstag 05 April 2016
Lieber Herr L.O. Garitt.
Ach, da schimpft der Atheist.
Ich hatte es nicht gesagt?
Mir ging der vorgebliche eitle hohle zeitgeschichtlich modische verschämte Agnostizimus auf den Nerv, der mitleidheischend ist. Was der Generation, ob fiktiv oder real, nicht zusteht. Weswegen die Erklärungen nichts taugen.
(Drei Kriegsjahrgänge auf einer Stube, innerhalb einer Stunde, gibt es Streit, weil der eine einen vernarbten Oberschenkel hat und die anderen sich festgelegt hatten, dass der Verräter sich einen Heimatschuß versetzt hatte, und deswegen ja wohl nicht über die Zeit/Schicksal jammern könne, die anderen beiden hätten wenigstens zueinander gehalten. Der Andere, der sonnengebräunte Sportler, Typ Herrenreiter, Frauenliebling, sehr sympathisch (sic!), referiert seine strammen Urlaubsexkursionen mit dito Ehefrau, und wie er in Gefangenschaft, die von den Negern auf den Boden geschnippsten Zigarettenstummel aus (Standes-?) Würde, Selbstwertgefühl, nicht aufgehoben hätte aka sich nicht darum prügelte. Als ich ihn nicht für seinen Heldenmut lobte, wusste er, anekdotisch erfolgsgewohnt, sofort, was ich wusste.)
Schmidt changiert meines Erachtens ständig unzulässig zwischen Agnostizismus und Atheismus.
Wenn ich ihm daher den Agnostizismus abspreche, ist sein Atheismus trivial, billig, zumal es in der negativen (2. sic!) Theologie eh keinen Gott zu sehen gibt.
Valere Novarina
311 Gottesdefinitionen, Szene XXV aus dem 500+-Seitenstück La Chair de L'Homme. (Auf U-Bahn Werbeplakat gedruckt.) Matthies & Seitz
VOLTAIRE räumt ein, er könne "nicht glauben, dass diese Uhr existiert, aber kein Uhrmacher."
DE SADE tobt, "Ach! Wenn es ihn gibt, deinen Gott, hasse ich ihn!"
MAUPASSANT vergleicht Gott "mit einem Schlächter, der täglich seine Toten braucht und sich ab und zu einen Krieg leistet."
BONAPARTE, dass "Gott Schicksal ist." (Bekannt?)
ARISTOTELES scheut sich nicht zu versichern, dass "dies allein Gott nicht vergönnt ist: das, was vollbracht ist ungeschehen zu machen."
DARWIN : "Gott ist ein Knochen."
SIGMUND FREUD analysiert, dass psychologisch gesehen "Gott im Grunde nichts anderes ist als ein erhöhter Vater, und die Religion die universelle Zwangsneurose der Menschheit."
RABELAIS flicht ein, "dass bei Gott kein Ding unmöglich ist, und wenn er wollte, so brächten von Stund an die Weiber ihre Kinder durchs Ohr zur Welt."
MARQUIS DE SADE käut wieder, dass sein "größter Kummer ist, dass es keinen Gott gibt, und sich dadurch des Vergnügens beraubt zu sehen, ihn zu beschimpfen"
Bevor es bernhardsch ins Kraut schießt grüßt.

M. Tell

"Sehen, Herr Doktor, ich habe gedacht: das ist freilich eine sehr aufgeklärte Religion, und es fehlt ihr an Schwärmerei und Wunder; indessen, ein bißchen Schwärmerei muß sie doch haben, ein ganz klein Wunderchen muß sie doch tun können, wenn sie sich für eine honette Religion ausgeben will. Aber wer soll da Wunder tun, dacht ich, als ich mal in Hamburg eine protestantische Kirche besah, die zu der ganz kahlen Sorte gehörte, wo nichts als braune Bänke und weiße Wände sind und an der Wand nichts als ein schwarz Täfelchen hängt, worauf ein halb Dutzend weiße Zahlen stehen. Du tust dieser Religion vielleicht unrecht, dacht ich wieder, vielleicht können diese Zahlen ebensogut ein Wunder tun wie ein Bild von der Mutter Gottes oder wie ein Knochen von ihrem Mann, dem heiligen Joseph, und um der Sache auf den Grund zu kommen, ging ich gleich nach Altona, und besetzte eben diese Zahlen in der Altonaer Lotterie, die Ambe besetzte ich mit acht Schilling, die Terne mit sechs, die Quaterne mit vier und die Quinterne mit zwei Schilling Aber, ich versichere Sie auf meine Ehre, keine einzige von den protestantischen Nummern ist herausgekommen. Jetzt wußte ich, was ich zu denken hatte, jetzt dacht ich, bleibt mir weg mit einer Religion, die gar nichts kann, bei der nicht einmal eine Ambe herauskömmt - werde ich so ein Narr sein, auf diese Religion, worauf ich schon vier Mark und vierzehn Schilling gesetzt und verloren habe, noch meine ganze Glückseligkeit zu setzen?"
(Aus: Reisebilder, Die Bäder von Lucca, 1829)
»Die ist mir wieder zu vernünftig, Herr Doktor, und gäbe es in der protestantischen Kirche keine Orgel, so wäre sie gar keine Religion. Unter uns gesagt, diese Religion schadet nichts und ist so rein wie ein Glas Wasser, aber, sie hilft auch nichts. Ich habe sie probiert und diese Probe kostet mich vier Mark vierzehn Schilling –«
http://gutenberg.spiegel.de/buch/reisebilder-393/80

4. April 2016

eroto-explosive comödie ii


Created Sonntag 03 April 2016

Gott der große
Ueberzieher
steckt die ganze Welt steril in ein Kondom und macht damit Geschäfte. 



Also oben tront der schwangere Arno, der in stummen Schreien gebiert, aus dem Kopf.
Ein Chor bestehend aus Alice und der großen Frau Mutter, die versuchen Atheia als Geliebte für Arno zu gewinnen, und dabei alles webersch schönsingen.
Darunter tummeln sich
  • Atheia, gelangweilte Göttin
  • E. Roth, Universtiätsprofessor der Prüfungskommission. Gekauft.
  • M. I. Tell, Kandidat der Literatur und Sprachwissenschaften, Vater der Atheia, obwohl zu jung dafür. Der zweite Vorname Immanuel wird nicht benutzt. Er heißt Herr Tell, Martin mit Vornamen.
  • Folterknecht E. Rohr
  • Schmuggler, A. S. Prien
  • o. Tell: Tellalternative
  • W. Ahr: Ein Gottesfreund.
Ort: Auf der Flucht. Im Wald glatte dicke graue Stämme streben dunkelschattig in die Höhe, auf dem Boden süße kleine blauleuchtende Atompilzchen. Alles gruselig von unten beleuchtet.
Roth: Man kann den Aufsatz als Geschichte lesen
Tell: Ich versuche hier eine praktikable Theorie der Erotik Schmidts. Aus den drei Elementen:
Atheismus - Erotik als Mittel - Sprachzerstörung

Roth stets zitierend lesend in der Dissertation blätternd : Oder seine Kosmologie. Hamm Sie geschriebn, mal sehen ob se das schaffen
Tell: Zugrunde liegt nur das Frühwerk, und vor allem die sogenannten ländlichen Erzählungen.
Roth: Schlechte Erotik ist mir schon immer auf die Nerven gegangen.
Tell: aber ich war Amazonenhäuptling und erlaube ich mir ein Urteil.

Roth: Ich habe den Initationsritus nur bis zum Ausgang geschafft,
Tell: das mag daran liegen, dass mich eine liebe Penthesilea auffrisst,
Atheia: ich das Unentschiedene zwischen Artemis und Isis bevorzuge, also Ungewissheit im Eingang.
Tell: Ganz nebenbei, befand ich mich einmal im seltsamen Zustand des Amazonenäuptlings.
Arno streamt of conciousness: Chthonisch, ein Untergang gehörte dazu.
Roth: Hurra! Ich meine so etwas Kriegerisches als Voraussetzung, das dann Leben spendet,
Atheia: der Retter des Freundes.
Tell: Erweckung, Trance Erkenntnis des Feindes. Steht in der Bibel: Er erkannte sein Weib.
Atheia: Nackt-y-goyl.
Roth: Warum nicht, er erkannte seinen Feind?

Atheia: Der familenverstoßene, eine Art ungeliebtes Waisenkind, das den Homburgprinzen vermisst, Kleist,
Tell: konnte Fouqués ritterliche Begeisterung und Kampfgeist nachempfinden und verzweifelte wenigstens 1811 an der napoleonischen
Roth: Entmannung und entleibte sich
Tell: romantisch mit seiner Freundin. Auch komisch.

Roth: Versöhnung der Feinde Kapitalist und Arbeiter. Schlecht!
Tell: Durch den Künstler.

Atheia: Frauen jungfern ist ein protestantisches Prinzip,
Tell: in gewissen Sinn macht das Schmidt,
Atheia: nur bei den jungen weiß er oft nicht, ob er sie dann doppelt gejungfert hat.
Roth: Zielpersonen sind Frauen, Mädchen, Mütter, Huren und Heilige?
Tell: Er jungfert, was er liebt.
Atheia: Längst käuflich, die Häutchen. Im Zweifel lebensrettend.

Tell: Die weibliche Jungfräulichkeit ist ein allgemein vorgefasster vorverurteilter Begriff,
Atheia: um es bescheiden zu sagen.
Tell: Sie ist in jeder Kultur mit absoluten Werten besetzt.
Alice: Oder mit schwiegermütterlichen Aufpassern.
Tell: Ich lasse mich hier nicht über das gegenteilige entsprechende
Roth: ausdehnende Bild der männlichen Potenz
Tell: und Eroberungssymbolik aus.

Atheia: Wie die Wahrheit auch aussieht, Hauptsache wirklichkeitsentfremdet,
Roth: wenn der Frau weh getan wird, dann bitte immer wieder.
Tell: Dem Jüngling tut dann vielleicht nur auf intellektueller Meta=Ebene die Entindividualisierung,
Roth: ideologisches Decktier,
Tell: weh:

Arno denkt: Jüngling im Blattumdrehen zum Atheisten gemacht.
Atheia: Atheismus: Es ist das Dilemma, dass man nicht einmal Gott beweisen muss, sondern dass in Allem nicht Gott, Nicht in Allem Gott, nicht Naturreligion ist, oder nicht mehrere Götter. Wann raubt mich ein Gott?
Roth: Wie man hier sieht ist das einzig Gute an Schmidts Zerstörungswut, die darin enthaltene höhere
(Zwinkern in Richtung Atheia,) Fruchtbarkeit.
Tell: Hochfruchtbarkeit, Hochfrucht, hochfrüchtig, Hochwald.

Roth: Aber Gute Nacht ist erstrebenswert,
Atheia: das ist besser als behüte Dich Gott.
Tell: Pfiatsenng. Und Zeit lassen. Wer ko, der ko.

Tell: Ich finde auch, ich habe die Erfahrung gemacht, das kann ich auch durchstreichen,
Arno: dass sich die jungen Frauen um die jungen Männer zu kümmern haben,
Atheia: es gibt nichts Traurigeres als einen verkindlichten jungen Mann, der nicht mehr in der Lage ist erotisiert, aka eregiert zu werden.
Tell: Dieses Urteil ist nicht homoerotisch.
Roth: Insofern ist Mays Vorliebe für Jungs, wie Carrolls für Mädchenfotos egal bedeutungslos.

Tell: Für einmal ergibt sich die Liebe einer Frau immer,
Roth: es stellt sich dann die Frage, wie lieblos man mit sich selber umgegangen ist,
Tell: siehe Kundera Der Scherz,
Atheia: wenn man die Frau nicht befriedigt
Tell: und man sich lieber der Spinnerhaftigkeit bezichtigen läßt.

Roth: Nun hat diese Begrifflichkeit ihre Perversionen oder nicht.
Atheia: Jedenfalls wird sie überall missbraucht, vor allem kommerziell. Parfümwerbung.
Tell: Das Interessante ist daran die Standeslosigkeit, nicht nur im Jazz überwindet dieses Vorurteil alle Klassengrenzen, Standesgrenzen, Rassegrenzen oder Kasten
Atheia: (naja in Indien vielleicht nicht, dort Geschlechtergrenzen!, aber hier).
Tell: Sowohl der Prolo entjungfert einen anderen zum tausendstem Male, weil das den Verkaufswert erhöht, an der Wallstreet
Roth: oder bei Walter Scheel werden Sexorgien als Machtbestätigung gefeiert und Antibiotika eingeworfen oder nicht:
Tell: Der ist nicht ganz mollum.

Hygieia: Gerade im Medizinbereich überlappen sich dabei die perversen Fantasien mit
Alle: Ruhe!
Roth: Propaganda, Machtstaatlichkeit aka
Tell: Impfkampagnen, und
Roth: Soldatentum
Atheia: als Eingriff in den Körper, Hordengehabe,
Tell: Geld, soziale Verantwortung, Hingabe, Lüge, Überlebensangst
Roth: (Das Butterbrotpapier) etc. 1 Punkt.

Tell: In den oberen Kasten ist unklar, ob reines Machtstreben und die Vermarktung eine Rolle spielt,
Roth: oder es sich um ein Fetischspielchen in einer Sado Masovariante handelt.
Tell: Hier trifft sich die Oberkaste mit der Proletenkaste,
Atheia: denn selbst denen könnte die Suche nach echtem Gefühl und sei es über eine
Roth: Fetischinitiation,
Tell: unterstellt werden.

Roth: Kurz man kann jede Botschaft erotisch verpacken
Tell: und sie wird per sé für Schwachsinn, vielleicht
Roth: bösartig,
Tell: gehalten, man kann sie erst auf den zweiten wilden Blick entdecken,
Roth: oder wenn man es nicht entschlüsseln kann gar nicht.

Arno schweigt
Und denkt:
Hier kommt die logarithmische Berechnung ins Spiel mit den Variationen der ersten Elemente:

Roth: x Sado --- y Maso
Tell: z Oberkaste --- w Unterkaste.

Atheia schwärmt: Die Kombinatorik der Sadomaso-xy-varianten mit der Anzahl der zw Mitspieler ergibt schier unübersehbare Permutationen,
Tell: von denen das Berliner Telefonbuch
Roth: nur eine vernünftige Auswahl ist, jeder Mitbürger hatte wenigstens einmal etwas mit,
Tell: ich nenne es romantisch, Liebe zu tun.

So hat man die kommerzielle Sadovariante,
Roth: die Bestrafungsmasovariante.

Tell: Ohne die Varianten in Zettels Traum zu kennen
Roth: oder meinen vergleichen zu können,
Tell: findet man weder darin 3,5 Millionen erotische Schilderungen,
Atheia: noch eine praktizierte Vielzahl von pervertierten Permutationen der Möglichkeiten.

Roth: Es hat mich nur gewundert warum der konservative keine Experimente Schmidt,
Tell: sich immer wieder herablässt zu Ausdrücken und Sätzen die gelinde gesagt
Atheia: chauvinistisch sind,
Tell: um dann wieder recht sensible Schilderungen zu finden.
Roth: (Nur die Hörerinnen sind über Aristophanes zu belehren.)

Arno Schmidt: Die Frau hat ihren Mann zu erhalten.
Die Frau Mutter: benutzt die emotionalen Abhängigkeit des Mannes.

Tell: Es ist ihm egal: Sein Buch in Jungfernhäutchen gebunden.
Atheia: Joyces' Gott: Vorhautsammler.

Roth: Das Trivium: Grammatik - Rhetorik - Logik
Tell: Was sind denn fadenscheinige Wahrheiten bei Schmidt:
Roth: Bei meiner derzeitigen unvollständigen Lektüre
Tell: sein Atheismus. Er ist sektiererischer Protestant.
Atheia: Aus tiefster Not schrei ich zu Dir,
Tell: kommt mir bei Schmidt in den Sinn.

E rotHik: Stets wird begehrt, keine Figur wird geliebt.
Atheia: Triebbegründung den anderen zugeschoben:
Tell sabbernd: Lüstlynx-Büste

Sprachler Roth: Aber bitte nur eine weiße Revolution von oben.
Atheia: Wenn ich also meinen Schmidt jungfern will,
Tell: unterstelle ich ihm diese Motivation:

Roth: Er lenkt ab.
Tell: Wenn er ein wichtiges Thema ansprechen will, wähle man einfach ein erotisches Bild, weil damit
Roth: voraussetzungsgemäß alles
Tell: unentwirrbar verschleiert, charakterlos, wird. Schmidt kann seine wirklich bösartige, charakteristische,
Atheia seufzend: redlicher Trotz,
Tell: Aussage treffen in der Sicherheit
Roth: pornografisch
Tell: missverstanden zu werden. Zur
Atheia: wahren Botschaft kommt man, wenn sie denn da ist,
Tell: wenn man von allem Erotischen abstrahiert.

Atheia: Schade!
Tell: Weitere Motive:

Flucht und Fehler(suche):

Roth: Liebe L.? 
Tell: Beim Gehirntier Müller ist die sexuelle Ausrichtung unausgesprochen, 
Atheia: die Erotik
Tell: bleibt komplett draussen (Radio?): "War der Mann etwa auch noch ..... " A (ihm in die Rede fallend) "Sprechen Sie das Wort nicht aus es würde uns doch gestrichen.
Atheia: Natürlich war er "es"." (S. 134 Fischer)

Tell: (Nein, lieber Herr Schmidt, Sie selbst sind hier der große Zensator.)
Roth: Verstiegen!
Tell: In Brands Haide wird die Explosion als "Zitatenschatz" geschildert.

In Caliban über Setebos
Atheia: die Scheunenszene
Tell: als Zitatexplosion, wobei unklar ist, ob er nicht
Athiea: besoffen irgendwo eingeschlafen ist.

Tell seufzt: Das leviathanische Zergehen passt nun gut zu
Roht und Atheia: urtümlicher Sexualität
Tell: mit all ihren Zwecken.
Atheia: Kollektiver Tanz,
Tell: bis die unfruchtbare Frau in Trance und Extase ihre Fruchtbarkeit zurückgewinnt.
Roth: Funktionert. Der junge Mann seinen Kampf als inneres Erlebnis,
Tell: Trance als Droge,
Roth: der Gemeinde mitteilt,
Atheia: man glaubt auch Schaupsieler unter ihnen zu finden. Massenet Extase de la vierge

Roth: Fragt Dr. Martin Luther
Atheia: die katholische Kriche,
Tell: für un peu de docteur comme
Roth: tous les allemands

Tell: (Auf die vielen Widersprüche möchte ich gar nicht eingehen.
Roth: In der Kneipe
Tell: in POLYHYMNIA (S.48 Fischer)
Atheia: als er den Brief schreibt, ist noch

Tell: 1 anderer Bekannter von mir, gar kein uneb'ner Mann, berechnete
Roth: in seiner Freizeit Logarithmen, Ellipsenumfänge,
Tell: ja Quadratwurzeln.

Roth: der Logarithmiker,
Tell: zwei Kapitel in URANIA (S. 65) später schon
Atheia: lobt er

Tell: KÖHLERS Logarithmisches Handbuch, (mit dem ich, zugegebm, viel gerechnet hatte;
Roth: obwohl's weit bessere gibt.)

Tell: von ihm selbst viel genutzt.)
(Irgendwo anders:
Atheia: "Fahrrad weit vor dem ersten Weltkrieg":

Tell: Gab es nicht, jedenfalls nicht so, dass man
Atheia: Fouquétouren
Tell: unternehmen konnte.
Roth: Wikipedia sagt:
In Europa erlangte es in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine große Verbreitung,
Tell: als es für Arbeiter erschwinglich wurde,

Ihr Svea-Fahrrad mit
Roth: Freilauf wurde ab 1892 in Serie hergestellt und
Roth: konnte sich für etwa zehn Jahre am Markt behaupten,
Tell: bis die technischen Probleme bei der Herstellung von
Atheia: Fahrradketten
Roth: überwunden
Tell: waren. (Also 1902))

Das könnte so weitergehen,
Roth: nein, wir kontrollieren nicht alles.


Vom Leviathan zum Atheismus:

Aus einer Privatkorrespondenz: 

o. Tell:
> Wo war die Stelle die darauf hinweist, dass ein Atheismusbeweis viel mehr beweisen muss als ein Gottesbeweis? Außer Pascals Wette?
Der Chor aus Alice und der Mutter und Arno:
 

W. Ahr:
Im Buch nirgends. Es war glaub ich in irgendeiner E-Mail. Der Hintergrund: Eine Nichtexistenzaussage ist eine Allaussage.
Der Atheismus macht also diese Allaussage: FÜR ALLE x GILT: x IST KEIN GOTT.
Eine Existenzaussage ist beweisbar mit einem Beispiel, eine Allaussage dagegen ist für beliebige x zu beweisen .
Das geht am einfachsten in einem indirekten Beweis, indem man X IST GOTT für ein freie Variable X widerlegt.
Schopenhauer indirekter Beweis versagt aber, wegen fehlender Axiome und Definitionen.
Ein korrekter indirekter Atheismusbeweis ist der Satz von Cantor: Es gibt keine maximale Menge. Kap. II.2 (79)(81)
Man braucht aber die Mengenaxiome (Aussonderungsaxiom) , sonst liefert sein Diagonalverfahren keinen Widerspruch.

Dieses Aussonderungsaxiom ist ontologisch zu einschneidend und verhindert Maxima.
In der Peano-Mengenlehre kann man mehr Mengen bilden: Man kann alle übliche Mengenaxiome annehmen und muss nur das Aussonderungsaxiom auf Ordinalzahlen einschränken, dann bekommt man die komplette Mengenlehre samt Komplementen, die bei Cantor fehlen, darunter auch die Allmenge. Das ist eine leistungsfähigere Ontologie.
 

o.Tell: Danke, da ist wieder der Überblick, jetzt kann ich in den E--mails suchen.
Arno: Ontologoie sind Fragen zur Wirklichkeit.
Tell: Logische Sprache lässt sich wieder unabhängig "mathematisch" lesen, wie Noten "musikalisch. Mehr hamm wir ja auch nich.
Auszug Ende.
Tell:
(Aus einer gemeinsamen Vorliebe für Begriffslogik, erklärt mir Herr Ahr seit längerem realistisch
Atheia: Anselm und Peano, neben Leibniz, ich nehme die
Roth: inferiore Rolle
Tell: des Idealsten ein. ==> ein Radioessay Anselm von Canterbury bis Francis Bacon)
Chor:
Er will auch mal einen lesenswerten Link, neben den beiden kürzlich von Herrn Dietz': Trickster [2] und den guten von Herrn Damaschke: Fremdkörper [3], beisteuern, dem er in Vielem zustimmt. Es geht um (nominalistische Schrift-)Sprache und nominalistische Werte und deren Absolutanspruch seit den Griechen. Einschließlich Geld. (Es gibt aber auch realistische Sprache in Form von Gebrauchsanleitungen (zu Schmidt fehlt eine) und Kochrezepten. Archäologische.)

Hysterie: http://www.bzw-weiterdenken.de/2007/02/das-wandelbare-gesicht-der-hysterie/ [1]
Tell: Die Verlesekunst à la Klopstock und Vorläufer, ist somit der Versuch die nominalistische Vokalschriftsprache zu realisieren.
Roth: Das Interesse ist aber ein berechtigt archäologisches.
Tell: Allerdings was sich Schmidt bei Literatur verbietet, passiert ihm bei Philosophie: Kant, trivial studiert, sah die Logik mit Aristoteles Syllogistik abgeschlossen, was sie gerade nicht war, im 19. Jh., und schließt sich Kants
Roth: schwafelnder Gottesbeweiskritik an,
Tell: die auf Leibniz und Anselm zielt, den Schmidt und Kant aber nicht kannten, jedenfalls nicht richtig, womit die
Roth: beste aller Welten
Tell: das falsche Zerrbild Voltaires bleibt. Und damit kommt man nicht weiter. Nur in die Moderne.
Roth: Lorenzen hat mit der modernen Logik
Tell: mühsamst bewiesen, dass die Analysis nicht widersprüchlich ist. Ein Herr
Roth: Gerhard Gentzen,
Tell: seines Zeichens Nazi, hat dies für die Arithmetik in den 1930ern getan.

Athiea: Also unterstellt die Logarithmen seien richtig mit einer Logik, die für Gottesbeweise nicht zuständig ist.
Roth: Mit oder ohne Beweis: Mehr als alles sagt die katholische Kirche dazu: Seid fruchtbar und mehret euch.
Tell: Wenn man es denen nicht glaubt kann man sich an die IG-Farben halten, die den Dünger "erfunden" haben und für die die Ernährung eine
Roth: Rechengröße bei der Ammoniaksynthese + Giftgasangriff ist.
Tell: Wie das Vieh zu ernähren.

Tell: Also erstens schwankt Schmidt meines Erachtens ständig unzulässig zwischen Agnostizismus und Atheismus. Will er seinen Atheismus beweisen, muss er
Roth: eine Allaussage treffen.
Tell: Das kann er aber nicht, ich vermute, er wusste es mehr als er es ahnte.
Atheia: (Jedenfalls muss er eine Alles suggerierende Menge an Material, wem,? vorlegen.)
Arno: (Ich könnte mal das Fragezeichen mit Komma statt Punkt vorschlagen. Ist schon 1992 us-patentiert, also wieder n Argument gegen TIPP: Stiftung Bargfeld patentiert jetzt jede Verschraibung, bevor es zu spät ist. Hat Schmidt doch bestimmt getippt, oder ? http://www.fontblog.de/vorsicht-beim-erfinden-von-zeichenkombinationen/768)

Tell: Um den schwachsinnigen Idealismus der "Klassiker" loszuwerden ist eine
Roth: totale  Sprachzerstörung angebracht.
Tell: Nach dem link und Artikel oben zielt sie auf die von der gelebten Sprache unabhängige vokalisierte Schriftsprache, wenn er das einhellig
Atheia: mit dem Leser zerliest,
Tell: bringt er ihn zum eigenen Urteilen und zu Individualsprache.
Roth: Die heilige Volksmünze
Tell: gilt nich mehr.

Chor: Einhellig oder 2 dunkel, das ist hier die Frage.
Tell: In der Summe seiner Details und Fachsimpeleien stimme ich Schmidt (, seinem Oppermannurteil,) aber zu,
Roth: also eine reale nicht widersprüchliche Menge und Klasse
Tell: von Urteilen.

Tell: Womit ich mein Trivium: Atheismus - Erotik (als Mittel) - Sprachzerstörung
ein wenig motiviert und
Roth: zerstört
Tell: haben mag, woran mir lag.
Atheia: Hat das schon mal jemand anderes gemacht?

Tell: Ich meine damit, ich kann(tjünglinge) so Schmidt
Roth: völlig abstrakt,
Atheia: weswegen ich mich über die wirklichen Erzählungsansätze in Schwänze freue,
Tell: lesen, ob ich die versteckten Zitate nun entschlüssle oder nicht. Was ich
Atheia: aber für einen romantischen Autor
Tell: für das falsche Programm halte.
Roth: Warum romantisch?
Atheia: Na, weil wir deutsch schreiben.

Roth: Hurenkind-Note: 5 = Penta-gramma Pein & Drudenfuß
Arno und Chor:
Es war im Wald. Die Bäume alle schliefen.\
Der Mond belauschte lächelnd ihren Traum.\
Die Schatten penntn ruhig in den Tiefen.\
Die Welle küßte still des Weihers Saum.

Tell: Also wenn ich Schmidt zugutehalten wollte, dass man seine kryptischen Argumente entschlüsseln kann, dann würde ich als Schablone
Roth: bekannte sexuelle Verhaltensweisen darüberlegen,
Tell: so dass man in einer Art Subtraktion zum eigentlichen Bild käme. Atheia: Maßstab wäre das deutsche Erreichte an sexueller Perversion
Tell: von der Hexenverbrennung über
Roth: Freud und Max Weber bis zum
Atheia: masochistischen
Tell: Untertan. Alle diese Motive würde ich abziehen und je mehr ich kenne, um zum intendierten Bild
Roth: vorzudringen.
Atheia: Hat jemand schon etwas entdeckt?

Tell: Oder ich habe ein
Atheia: sexuelles Hintergundrauschen, darauf bilde ich mein dem Rauschen sehr
Roth: ähnliches Motiv ab,
Tell: was sich davon nicht abhebt, das kann ich entfernen indem ich die mir bekannte Hintergrundabbildung
Roth: im Negativ nocheinmal
Tell: darüberlege, es bleibt
Atheia: allein
Tell: das Motiv übrig.
Atheia: Unscharf unter Informationsverlust. Schiefelliptisch: Fehler oder Schwindel?

Roth: Wem das zu kompliziert ist, dem kann ich sagen,
Tell: dass man immerhin hemmungslos darauflosschreiben kann,
Atheia: fröhlich Tabus ignorierend und
Roth: ein erotisches Thema gar nicht
Atheia: anschneidend.

Roth: Halbgebildet
Tell: oder nicht wirft er dann Psychologie paradigmatisch mit Erotik und Literatur
Roth: in den Ring,
Tell: und setzt gleichzeitig alle einem tendenziösen sensualistischen Verdacht der
Atheia: Einflussnahme
Tell: aus.

Roth: Und schließlich bleibt das dann noch Geschmacksurteil.
Tell: Schmidt kann mit Sicherheit nicht genug englisch oder bayrisch/österreichisch,
Atheia: welche ich zusammenwerfe.

Roth: Fazit und praktische Übung: Schmidts Erotik zensieren.
Atheia: Bei seinen vielen Adjektiven dürfte die Handlung weiter gut lesbar bleiben.

Tell: In einer Art Positiv-Negativ Lesart tritt die gewollte Erotik hervor.
Atheia: Was sagt er: Erotik hat nur endlich viele Variationen.
Tell: Es gibt 3 (/7) Mrd Menschen und keine Individualität, also keine individuelle Liebe.
Roth: Menschen ohne Seele.

Tell: Schließlich schmeisst er in erotischen
Atheia: Szenen
Tell: alle Widersprüche seiner
Roth: Ana-log
Tell: Schlüsse ein.

Roth: Vergessen wir doch die Fehler aus dem zweiten Weltkrieg
Tell: und kümmern uns um die des ersten:
Roth: Die Bolschewisierung Russland
Tell: in deutschen Auftrag und der
Roth: durchgewinkte
Tell: Völkermord an den Armeniern.
Roth: Waffenlieferungen an Ägypten, Äthiopien, ANC. Kalaschnikovs in den offengelassenen Kasernen,
Tell: zur Fluchtfinanzierung.
Atheia: Keiner hat die Absicht einen Kreuzzug zu beginnen.
Roth: Wir waren auch bei Musa Dagh kein Teil des Problems

Tell: Wobei sich der Kapitalsimus vor Schmuggel
Atheia: wirklich fürchtet,
Roth: aber auch das mss gelernt sein.

Tell: Ist der Ausweg der Flucht das
Atheia: erotische Paralelluniversum,
Tell: Fluchten aus dem
Roth: Kapitalismus mit Aspirin,
Tell: das Zigeunerleben zieht hinter
Roth: den Fenstern
Tell : Brandmauern
Roth: in der Großstadt,
Atheia: durch die das Gerücht einer Werbung fliegt.

http://i8.photobucket.com/albums/a34/Michi22/dasgercht.jpg
Tell: Windmühlen soll dem Motiv oder Thema blinder Wille (Schopenhauer) folgen,
Roth: also ich folge willenlos
Atheia: den sich drehenden Windmühlenflügeln
Tell: ohne mich entgegenstellen zu können,
Roth: oder dem Arm- und Beinsalat,
Tell: ist das nicht ein bißchen wenig,
Roth: es ist nicht Handlungsunfähigkeit,
Atheia: es ist keine Handlung.
Tell: Mit dem Fernglas ein paar Ausschnitte
Roth: aus dem erotischen Universum.
Atheia: Ist es nicht sinnlos
Tell: in Erotik eine Bedeutung zu suchen? Und es der Sprache überzustülpen.
Atheia: Oder schlicht der Erotik ihre Bedeutung zu lassen und
Roth: sei es eine bevölkerungspolitische,
Tell: aber keine sprachliche.
Atheia: Tanz vielleicht.

Tell: Und was sagt die Frau dazu?
Atheia: Kannst Du das Fenster schließen?
Tell: (Hm, was sage ich denn jetzt, nein ist immer verkehrt und ich habe es geschlossen.
Roth: und bloß nicht die Etikette verletzten)
Tell: Nein, ich habe nicht versagt, das Fenster ist längst zu.

Alle: Puh. Aber nächstes mal, wenn ich Bedeutungen lernen will, lese ich Wittgenstein oder Schmidt.
Roth: 3 Punkte. Durchgefallen!
Atheia schneidet sich das rechte Brüstchen ab, schießt einen Pfeil auf E. Roth ab und verschlingt ihn. Tell bestürzt: Daß du mir aber nicht äußerlich fett wirst.
Atheia litt drei Tage an Verstopfung.

sekundärliteratur:
[2] Dietz http://www.physiologus.de/komment/schmidt/schmidtfrm.htm
[1] hysteria: http://www.bzw-weiterdenken.de/2007/02/das-wandelbare-gesicht-der-hysterie/
[3] Damaschke http://www.asml.de/index.php/der-fremdkorper/

Anmerkung: M. I. Tell sollte eigentlich anders heißen, war aber mittelmäßig, was eigentlich auf die Erotik zutraf. Ein Negativname zu Daniel Pagenstecher war gesucht. Fürstensauger oder so.

1. April 2016

hysteria

v. Nausikaa auf Zack:
Wir schreiben den Created Donnerstag 31 März 2016,
ich möchte meinem Tagebuch etwas Positives anvertrauen, das kommt ganz selten vor, denn wenn ich guter Laune bin, habe ich Besseres zu tun als Tagebuch zu schreiben. Ich wurde einmal gefragt, ob ich nicht etwas Positives schreiben könne, und ich antwortete, nein, ich schreib eigentlich nur wenn ich frustriert und traurig bin, und da das oft der Fall ist, habe ich viele Tagebücher. Ich sollte das veröffentlichen, sagte mir mein Typieh, damit wir endlich mehr Geld hätten, ich könne das nicht, antwortete ich, er hülfe mir, sagte er, ich müsse nur streichen und ein paar Phrasen lassen, und der Erfahrungsschatz dürfe nicht brachliegen und mein Urteil über viele Dinge sei schlicht genial, besser als alles andere, darauf warte die Welt. Na, ich weiß nicht, ich bin noch nicht überzeugt. Jedenfalls ist mein Typie, wenn er nicht gerade chauvinistisch rumrastet, ein belesener und so gebildeter Typ, daß ich mich nicht ständig für ihn schämen muss, ein wandelndes Lexikon, obwohl ich manchmal bei Quiz-Duell und wer wird Millionär viel schlauer war als er, wo er doch immer so angibt, nein, er kann auch bescheiden sein, er lässt sein Abitur nicht heraushängen, und sonst ohne mich wär auch nicht viel aus ihm geworden. Und da liegen jetzt immer, sonst kennt den keiner, die Arno Schmidtbücher rum, und vor allem so eine zarte erotische Geschichte namens Seelandschaft mit Pocahontas, ich hab da mal reingeschaut, aber noch nicht viel verstanden, dann hab ich mal ein wenig in seinen PC geschaut, und neben den nackten Mädchenbildern mehr so Texte, die sich viel um Schmidt kümmern, jedenfalls mehr als um mich, das hab ich ihm auch gleich gesagt, gefunden, und er hat mich gleich angemacht und seine blöde Schnauze aufgerissen, er brüllt sowieso immer, ich ja nie, 
das ginge mich nichts an, und ob das mich was angeht, der soll mal sehen, und überhaupt das nicht so rumliegen lassen, und, ich bin ja nicht neugierig, und lese keine fremden Briefe, aber wenn sie offen rumliegen, da hab ich dann so eine schöne Stelle gefunden:
"Ich hatte eine Schülerin, die den mir ungeliebten österreichischen, darunter der haßenswerte wiener Schmäh, Zungenschlag mit einer Musikalität und zum Verlieben erhobenen doppelten Akzent sprach, diese Anmut war potenziert, und das kam daher, ich hatte es verstanden, als sie es mir sagte, dass sie ein jugoslawisches Kind war"
Als ich dann ein wenig nachgedacht habe fand ich sie auch nicht mehr so schön und dachte mir, gibts die Alte wirklich, ich mein is ja pervers, wie alt ist die denn, na dann dachte ich, er kann sie sich junggeschönt haben, is auch egal, na so mindestens 20, das Schwein, der sollte sich doch in mich verlieben, ich bin ihm wohl nicht gut genug, dem werd ich das noch klarmachen, ich such mir einen Liebhaber, den mach ich klar, und bind ihm das hintenrum auf die Nase, zutragen heißt das wohl, wird sich schon n dummes eifersüchtiges Weib finden, jaja ich habe auch Kabale und Liebe gelesen, was denkt der denn, und ist das jetzt aktuell oder was, und dann fand ich noch eine Stelle und noch eine, und ich muss sagen war ein wenig enttäuscht, sagen wir mal schockiert und entrüstet. Ich habe das alles bei Seite getan und mir gedacht, da müsse ich ihn psychologisch verstehen und erst mal Anton Reiser gelesen, das war mir aber zu frustrierend, weil ich das selbst erlebt hatte, und mir ein wenig Liebe wünsche und ein noch kleineres Bedürfnis nach Zärtlichkeit habe, und Sex, nein kein Sex, das ist ja gar nicht so wichtig, denn ich habe ja meine Kinder, oder bekomme sie noch. Jedenfalls liest er dann manchmal in Arno Schmidtbüchern und das finde ich auch nicht so lustig, er könnte ja mal den Müll rausbringen, soviel Desinteresse für die wirklich wichtigen Sachen, oder staubsaugen, außerdem brauche ich einen Tanzkurs und ganz viel Freiheit, Redemption. Wenn er nicht liest, weil ich ihn hysterisch angekeift hatte, wie mir später auffiel, natürlich habe ich mich entschuldigt, aber er meinte schon ich müsse Hysteria auf Zack heißen, dabei bin ich doch Nausikaa auf Zack und Ranke Graves hat ein Buch über sie geschrieben, jedenfalls erzählt er mir dann von Logarithmen, und rechnet stundenlang damit rum, und will mir das auch noch erklären, zum Glück bin ich dann schon bekifft und merk nich mehr so viel, es ist aber auch schön, wenn er rechnet, dann hält er wenigstens die Schnauze. Na ganz so schön ist das dann auch nicht immer, denn ich will schon wissen, ob er mich für dumm hält und das bin ich nicht, und nur weil ich keine Logarithmen kann, dachte ich mir, ich will so überflüssiges Zeugs auch gar nicht können, da dachte ich mir, da könnte ich doch versuchen ein wenig herauszubekommen, wer dieser Schmidt ist und fing an ein paar seiner Bücher anzufangen, aber da es ein Irrer ist, richtig schreiben hat der nicht gelernt, jedenfalls auf den ersten Blick, ich bin dann ein wenig hineingekommen, da ich so ein paar Suggesitvbehauptungen aufgestellt habe, er sei ein Lästerer, und da habe ich dann gleich einen Vortrag bekommen, dass das nicht stimme, und ja so nebenbei, aber das hat er selbstverliebt ohne Spiegel gar nicht mitbekommen, hat er mir die Einführung in Arno Schmidt gegeben, wörtlich und ich habe mir den Kerl vorgenommen, war dann auch schön, nun und das wollte ich teilen, oder anders gesagt ich wollte vorbeugen, dass andere in die Situation kommen zu wenig von Arno Schmidt zu kennen, denn Smalltalk ist da manchmal etwas gefährlich, weil man sich da zu sehr bloßstellt, man kommt damit nicht weiter, ja ich hatte gedacht vielleicht ist die eine oder andere auch in der Situation und sozusagen eine Leserin und dann auch noch von Arno Schmidt oder Thomas Mann, und man könnte den Erfahrungsschatz zu gegenseitigem Nutzen einander zur Verfügung stellen, denn die Abrechnung folgt bestimmt, denn wir sind ja alles Walküren, und alle überhaupt Kampfschlampen, jedenfalls reicht dann selbst bei denen nicht die Ausdauer und da sie alle kurze Beine haben auch nicht der Überblick über das Werk des Meisters, wie er auch genannt wird. Ich habe mir dann auch gleich ein paar erotische Stellen zeigen lassen, nein nicht vom Ehemann meiner Tochter Lehrerin im Swingerclub, auch nicht ... ach was solls, na ja und die waren dann auch nich dolle. Also da das WERK so umfangreich ist, wollte ich Hilfe anbieten und mir gleichzeitig die Lücken füllen lassen, auch wenn das hilfesuchend klingt, und kam auf den Gedanken, dass wie gesagt ich andere dazu bringe gemeinsam das Dings zu lesen und sich auszutauschen auch zu späteren sozialen Kontakten, aber nicht als oberste Priorität, vielleicht ergibt sich was, jedenfalls hieße das die Arno Schmidt Leserinnen sammeln, und damit das ordentlich klingt Gesellschaft nenne, also die Gesellschaft der Arno Schmidt LeserInnen, das -Innen ist wichtig hier oben ist es kleingeschrieben, dann kann man es sich ganz einfach merken: GASLI. Ja und das finde ich doch etwas Poesitives zumal Schmidt ja auch übersetzt ist und damit ein Weltbürger, wie ich es gern habe. Der hat dann schon mal so schöne Gedichte geschrieben von dem großen Überzieher:
Es war im Wald. Die Bäume alle schliefen.\
Der Mond belauschte lächelnd ihren Traum.\
Die Schatten penntn ruhig in den Tiefen.\
Die Welle küßte still des Weihers Saum.

24. März 2016

100 Nachsommer


Liebe L.,
jeder wählt sich seine Klassiker selbst. Und kritisiert sie. Jeder hat Klassiker, die nirgendwo erscheinen. Soweit zu Bestsellerlisten. Schmidt ist meiner nicht, hat mich Liebh=aber. Vielleicht brauchte er May, um seine Lektüre gerade mit bekannten Wiederholungen aufzulockern.
Dass ich mein Salbadere nicht abstelle, und mich dem Piporakemesvorschlag anschließe, liegt daran, dass meine soeben erstandenen Schmidtbücher von 89 ungelesen sind. Ich für #Orpheus vor ein paar Tagen 14,80 DM bezahlt habe.
Ich werde es schief-elliptisch in meinem Blog veröffentlichen.
Dann mal los, nicht ablenken lassen.
Gruß K. W.

Gliederung:

.................einstimmung/fragen
.............................nachsommer
.............Oppermanns 100 Jahre
..........entwuerfe / = / Klassiker
.................................. herforder
""""\....K(arl) M(ay) email zitate
...............................log (Turing)
...............dinosaur Dya-Na-Sore
"""""""""""""""\.........Dilettanten
.......................................mor(al)


einstimmung


Tatsache, es gibt bei uns nur die GASL, aber kein Internetforum, wie Herr Rs etwas albernes Goodreads, wo man etwas angesammelt fände. Findet man sich dort damit ab, dass er kryptisch ist? Ein berliner Bibliotheksspaziergang findet nicht statt, hier liegt nichts von Schmidt, muss ein Westautor sein (vglb. Trix-Express).
Langsam kann ich im Haifischbecken Schmidt schwimmen, nach dem Rundumgelese. Kennt jemand hier Hartmut Dietz, oder ist das unseriös?
Zum Zahlenkünstler: https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Martin_Dase
Wie könnte das bei Schmidt ausgesehen haben, er hat sich wirklich verengend, kriegsautistisch, viel eingeprägt. Wie konnte er mit seinen schlechten Augen so viel lesen, ohne Kopfschmerzen zu bekommen. Ich glaube er konnte sich in eine barocke Ekstase hineinlesen. Hatte er genug Licht? Wenn man schon Eisenbahnschwellen sägen muss.
Zettels Traum gibt es irgendwann als Taschenbuch. Das hat #Rowohlt bei #Musil nicht verhindert. Also 20,- pro Band, sechs Bände, sind maximal 120,-.
Wie man sieht habe ich den Initationsritus nur bis zum Ausgang geschafft, das mag daran liegen, dass mich eine liebe #Penthesilea auffrisst, ich das Unentschiedene zwischen Artemis und Isis bevorzuge, also Ungewissheit im Ausgang. Ganz nebenbei, befand ich mich einmal im seltsamen Zustand des Amazonenäuptlings. Chtonisch, ein Untergang gehörte dazu. Ich meine so etwas Kriegerisches als Voraussetzung, das dann Leben spendet, der Retter des Freundes. Erweckung, Erkenntnis des Feindes. Steht in der Bibel: Er erkannte sein Weib. Warum nicht, er erkannte seinen Feind?
Rache ist süß, der germanischen Legionär muss für die Blutrache Sonderurlaub beantragen. Dem ist das kein literarisches Vergnügen.

100 nachsommer

Created Samstag 12 März 2016
Natürlich lernen meine einen Töchter Rechtschreibung bei #ArnoSchmidt.
.. daß er mit ihr sogar den #Aristophanes las - Hörerinnen mögen sich von einem intimen Freund erklären lassen, was das heißen will. — Von wem? Meine intime Freundin hieß #PeterHacks.
  • Schönes Stormzitat, verloren. (Ich frage nicht, ob das jemand hier kolloqiert.) Wird im anderern Artikel sein, mal aufschlagen.
  • Alle Herren, die ja auf den Staat studiert haben. #Tieck
  • Schöne Anleitung zur Landschaftsbeschreibung nach Goeths Farbenlehre: Die wahre Lanschaftsschilderung hält sich an 2 höchstens 3 (haarscharf) beobachtete Merkmale, sprachlich (zuschärfst geschliffen) - : und suggeriert dadurch den Rest der Fantasie, der eigenen Erinnerung (des Lesenden.)
  • Ding. Dass #Stifter Ding sagt, liegt am verhochösterreichdeutschten Dialekt.
  • Haupt zum Fenster heraus, ebenso. etc.
  • Und ich möchte bei diese Gelegenheit einmal ausdrücklich die Herren Vegetarier daran erinnern, wie einer ihrer Vormänner , #BernhardShaw, so abgesägt=unglücklich dreinschaute, als Sir Jagadis Chandra Bose ihm experimentell vorführte, wie sich sein geliebtes Gemüse qualvoll krümme, und unter heftigen Konvulsionen sterbe, wenn es von ihm zu Tode gebrüht werde!
  • bonanza, ergiebige Goldgrube, Glücksfall des Aberwitzes
  • Hochgebirge
  • kochlöffeln?

Oppermanns 100 a

  • politischer Roman
  • Fachsimpeln
  • "Professoren? :Haben kein Vaterland. Die und Huren und Tänzerinnen kann man für Geld überall haben." Humboldt.

Entwuerfe


Am 29.02.2016 um 17:15 schrieb K-H S:
> traumautor. Manichäismus!
Gospel, Ekstase, Besessenheit und Trance, Séance, Ritus, Initiation, das geht wegen seines gebrochenen Rhythmus (und Schriftbild) nicht. Jedes gegen den Duden dreisilbige gesetzte Wort, muss ich dreimal lesen in Variation der Silbenbetonung. Sein Husarenritt gegen alle Regeln. Programm sehe ich woanders.
Am 03.03.2016 um 22:12 schrieb M R:
> geradezu gusseisern aufrecht erhielt
Goethes Werther war Sturm und Drang und was danach kam klassisch, sofort. Es hat sich nichts entwickelt. Das passt zur deutschen Folgenlosigkeit, in Zeiten der Revolution war Entwicklung unerwünscht, nicht staatstragend, Versprechen nicht ernst. Erfolg war nicht abzusehen, dass #Goethe ein Klassiker (ohne Schiller schon gar nicht) würde, #Chateaubriand ists mit demselben #Atala nicht geworden, und #Vian mit Ich werde auf Eure Gräber spucken nicht.
Es gibt bei Schmidt Konstanten. Goethe fand seine Farbenlehre am wichtigsten. Bernhard ist ein Waisenkind, gefühlskalt. Der selbstkritische #Bernhard ist so echt wie das Ich bei Schmidt. Wenn Schmidt gescheitert ist, dann an seinem #Lohndumping aka 16 Stunden Tag, er hat die Agenda 2010 vorweggenommen. #Holzfällen wurde falsch eingeordnet, als üblicher bernhardscher Wahnsinn. Darin die ständigen Klassikervergleiche, der Musiker ein #Webern-Nachfolger, die wiener Viriginia #Woolf, dann blättert man nach, in Die Wellen und oha! Diesen einen atemlosen Bogen, und das verpflichtende Ultimatum Bernhards, das hat Schmidt nicht hinbekommen.
Wenn ich meinen dilettantischen Bogen weiterspinne. Die ländlichen Erzählungen haben etwas Klassisches: Man erinnert sich an die Geschichte: Man erinnert sich bei der #Wundertüte an die Fremden. Ich aus Neigung an die Logarithmiker, nicht ans steinerne Herz. Die Jahrbücher. Die Geschichten arbeiten weiter: Die zwei Irren kreissägenden Opas, der Bildungsausflug mit der Volkshochschule #Bargfeld zum Mast, und sonstige seltsame Tauschverwicklungen, drei Irre treffen eine große Frau, gärtnernder Irrer wird von Übersetzerkollegen interviewt, Verwrirrung im #Schwimmbad. Zeitwandlerische Typen Schmidts. Wenn man sich in zweiter Linie fragt, warum die nebensächlichen Themen, kommt man über Zitate zu den relevanten Themen, die keiner kennt, und die vergessen werden können, sie hatten ihre Zeit und haben es nicht geschafft, sie haben nicht überlebt, sie bleiben unter sich in ihrer Zeit und schwimmen unter der Oberfläche wie Ungeheuer (Herrmann Kant ist heute so eins, wie gesinnungspolizeilich auch #JeanPaul?) Wie lange hält sich ein Archiv im Holzhaus in Bargfeld? Die steinernen Archive etwas länger. Was gibt es daraus zu vererben, zu erhalten, erwerben, wenig. Zu denken, alle wichtigen Ideenvarianten seien in Bücher nicht eingebaut, ist falsch. Sie haben sich als falsch erwiesen. Wenn man wissen will warum, wiederlese man die Originale und man findet keinen Klassiker. Die Literaturverarbeitung ist abgeschlossen, hier Reflex, Instinkt, der Steinbruch, auch die Substanz. Höchstverkünstelt. Aber nicht mehr substantiell wie beim #Fouqué, der sowieso eine Biografie ist. Worauf will uns der Autor verneinend stoßen, auf die großen und die kapitalistischen pornografischen Fragen, keinen kleinen Sozialismus, aber #Wittgensteins du: Vertraue dir selbst, die Sprache in deinem Umfeld schützt dich nicht, du gehörst nicht dazu, drück dich aus, du sprichst die tote #Sprache einsam, so tot wie ihre Geschichte. Wo ist in der Zukunft das intelligente Wesen, das sich bemüht zu verstehen? Ist nicht alles Chaos, Verständigung sinnlos, dann fangen wir an. Also muss ich mir Mühe geben. Weiß ja keiner was.
Gruß K. W

herforder


Liebe unfehlbare L!
Der Unfehlbarkeitswahn, einen Mangel den Haffner bemerkte, und die Besessenheit sind vorbildlich. #BrigitteHamann schrieb von dem Obdachlosen in seinem Wien, der die Veranstaltung von #Suttner und #May 1910 besuchte und den dort vorgefundenen Pazifismus, aka Verständnis, nicht goutierte. Es ist ein Sendungsbewußtsein, der Gesandte kann keine Fehler machen, sonst wär er nicht geschickt worden. Weswegen es zu Ende gebracht wird, da es richtig, weil gesandt, ist. So liegen die Bücher dort. Zu urdeutsch trage ich ein österreichisches Zitat nach, das mich beeindruckt: "Man lacht über die falschen Leute, das ist ein schlechtes Zeichen. Man lacht nicht mehr über Humoristen wie mich, man lacht über ein paar politische Tachinierer. Man lacht sie sich gefährlich. Und eines Tages rächen sie sich an dem Gelächter. Dann brauchen wir wirklich ein Rettungsboot." #RodaRoda in Die Leute vom Kurfüstendamm, Dieter Hildebrandt (der Klavierhildebrandt), dort allerdings auch: "Ihr alle klauts wie die Raben", der #Brecht " ... der gibt sich nicht mal Mühe, daß mans nicht merkt! Und er klaut einem nicht nur die großen Sachen, er klaut einem sogar die Seufzer! Ich schreib drei Zeilen von der Frau, die ich vor zehn Jahren geliebt habe, die mich tieferschrocken ansieht und sagt: Sie haben sich aber gar nicht verändert! Und was macht das Bürscherl? Er schreibt auch drei Zeilen von einem Herrn K. , zu dem auch einer sagt: Sie haben sich gar nicht verändert. Und nun kommt das Schlimmste: Oh! sagte Herr K. und erbleichte. Das ist doch die Höhe, Herrschaften. Meine Geschichten plündern, das laß ich mir noch gefallen - aber meine Pointen verhunzen, das ist Skandal."
Die Einleitung: #Bismarck sitzt im Gottesdienst und hört sich die schlecht formulierte Heuchelei des emporgekommenen Pfarrers, anläßlich Kaiserkrönung, an und denkt sich Wüstes. Wir warten auf ein Bismarckdenkmal auf dem Kurfürstendamm, sozusagen Bismarcks bargfelder Hütte. Ich glaube sogar, die reaktionäre Rückgewandheit Bismarcks hat bei Schmidt Parallelen. Ich recherchierte über die Zensur und Verfolgungen der Kolportageromane und deren Kolpoteure, jedenfalls Müßiggang (Revolutionslektüre) ist aller Laster Anfang. Subversiv tachinierend weiter hergeholtes Dya Na Sore lesend,
ich grüße ich Sie.

K.M.


Am 29.02.2016 um 08:34 schrieb G S:
> Warum sagen Sie nicht gleich: Jules Verne. Ein Trivialautor, der bei Schmidt in günstigem Licht erscheint. Vernes "Propeller-Insel" wird gar in die "Gelehrtenrepublik" verfrachtet - ein literarischer Ritterschlag.
>
> 'Trivialität' ist ein Faktor Schmidtscher Literaturkritik, aber nicht unbedingt entscheidend. Schmidts Verhältnis zu May ist unter anderem ideologisch belastet. Er sah in ihm einen Repräsentanten urdeutscher Mentalität ("man vergesse doch nie, daß 'Mein Führer' sämtliche Karl May Bände griffbereit neben dem Kopfkissen hatte"). Auch Religiosität, unterschwellige sexuelle Verführung und Homosexualität - aus Schmidts Sicht suspekte Dinge - spielen hier eine Rolle.
>
> "Ein weites Feld".
>
> Schöne Grüße, G S
>
>
> Am 28.02.2016 um 20:16 schrieb K-P. D:
>> Wenn der Meister Perry Rhodan oder - besser noch - die kürzlich hier erwähnte "Enthymesis Baller SF" gekannt hätte, hätte ers dann auch goutiert und ähnliche Verrenkungen wie trivialen May gemacht? Interessante Vorstellung ...
>>
>> Mit freundlichem Gruss / Best regards
>>
>> K-P. D
>>
>>
>>> Am 28.02.2016 um 19:50 schrieb G S:
>>>
>>>
>>>
>>>> Am 28.02.2016 um 19:24 schrieb G D:
>>>> Wirklich verstehen kann ich Schmidts Begeisterung für Mays Spätwerk nicht (und werde es wohl auch nie verstehen).
>>> Schmidts May-"Begeisterung" klingt arg gewollt und konstruiert. Er steckte offenbar sehr in Vorstellungen von "hoch" und "niedrig", E- und U-Literatur fest. Es wirkt, als hätte er sich nicht verzeihen können, Karl May - den 'trivialen' - einmal ungeheuer gut gefunden zu haben - "He really went into that", sagt Lucy Kiesler, wenn ich mich recht erinnere - oder vielleicht sogar immer noch gut zu finden. Schmidt hatte sich ganz klar als E-Autor positioniert und hätte dergleichen nicht zugeben können. Zu dem 'ernsten', verqueren May dagegen konnte er sich bekennen.
>>>
>>> Schöne Grüße,
>>> G S
>>>
>>>> Das Spätwerk ist schon ziemlich erstaunlich, die sagenwirmal subkutanen Bewegungen im Text sind verblüffend - aber lesbar ist das imho alles nur von einer äh Meta-Position aus. Die radikalen Brüche von Silberlöwe I zu II und dann zu III sind auf einer Metaebene ziemlich spannend - aber das macht die Texte ja nicht lesbarer. Generell halte ich das Thema "Karl May" allerdings für den blinden Fleck der Schmidtforschung, May war für Schmidt ja zeitlebens ein immens wichtiger Autor und literarischer Bezugspunkt, der ist im Werk praktisch omnipräsent, und die Behauptung, es gäbe kein Werk, in dem May nicht herumspukt, wäre nur wenig übertrieben. Ich hab das jetzt nicht so im Blick, aber außer Wollschlägers "Schmidt & May"-Essay gibt es da doch kaum etwas. Oder fällt mir das jetzt bloß nicht ein?
>>>>> Nach 1896 ("Ölprinz" und "Surehand" III, glaube ich) bröckelt bei May das Erzählerische nahezu völlig ab. Und ein Erzählgenie wie Dumas war er vorher auch nicht.
>>>> Wohl wahr. Immerhin ist das May selbst aufgefallen, in Surehand III heißt es mal "Diese Geschichte muß ein Ende nehmen. Ich habe das ewige Anschleichen satt!" ;-).
>>>>
>>>> Die Wildwest-Handlung in Silberlöwe I ist ein leerlaufende Erzählmaschine, die immer wieder das gleiche produziert (und die Figuren des Romans sagen das sogar explizit), also versetzt May seinen Helden kurzerhand in den Orient, was aber auch nicht wirklich funktioniert. Und dann kommt der Übergang zu Band III (in dessen erstem Kapitel gewissermaßen ein erzählerischer Kehraus stattfindet, bei dem das übliche Personal einfach aus dem Roman geworfen wird, um dann Kara Ben Nemsi samt Hadschi Halef Omar wortwörtlich bei Null anfangen zu lassen). Und dann wird es sehr seltsam.
>>>>
>>>> Aber das ist hier ja keine Karl-May-L., also genug davon ;-)
>>>>
>>>>
>>>> Gruß, G D
>

log


Am 01.03.2016 um 10:42 schrieb G S:
> Liebe L.,
>
> in Rolf Hochhuths Erzählung "Alan Turing" stieß ich auf folgenden Satz:
>
> "Schwarze Spiegel: mein geöffnetes Fenster neben der Schreibtischlampe." (Rowohlt Taschenbuch Verlag: Reinbek b. Hamburg 2015, S. 88)
>
> Das letzte Kapitel von "Alan Turing", "Der schwarze Spiegel", greift diese Bedeutung ("Fenster", v. a. S. 240) nochmals auf.
>
> Hochhuth kannte Schmidt nachweislich (als Herausgeber von "Trommler beim Zaren"), es kann also sein, dass er hier an Schmidts bekannte Dystopie dachte.
>
> Schöne Grüße,
>
> G S
>
>
> ps An den Logarithmiker Schmidt musste ich denken, als ich in Robert Harris' "Enigma" (Heyne 2012, S. 107) folgendes Zitat las:
>
> "... auf alle Fälle gibt es eine Aufgabe, die die echten Mathematiker im Krieg erfüllen können. Wenn die Welt wahnsinnig geworden ist, kann ein Mathematiker in der Mathematik ein unvergleichliches Gegenmittel finden. Denn von allen Künsten und Wissenschaften ist die Mathematik die entlegendste." (G. H. Hardy, "A Mathematician's Apology")

Ich fühle mich angesprochen, liebe L.: Der antike Zirkel mit Lineal ist nicht entlegen, käme dann #Leibniz' Differentialrechnung, die das Beaunesche Problem löst, ein logarithmisches, das vorher praktisch real von Napier (der erste Rechner), #Bürgi, #Briggs angegangen wurde. Der musikalisch ungebildete Schmidt, hat nicht betont, dass a l l e unsere Sinne logarithmisch arbeiten. Die logarithmischen Tonhöhen des Klaviers werden linear empfunden. Also das Gegenteil von entlegen. Viel zu selbstverständlich. Entlegen ist das nominalistische Emporheben auf eine programmatische Metaebene. Grundschulbildung schon entlegen.
Ich hatte die Frage gestellt, was seine Generation im Affen transportierte, der englische Patient #Herodot, viel Humanistisches, #Physik, #Sommerfeld sandte Hefte an die Front. Aka Anspielungen auf Langeweile in der Gefangenschaft. Die Bibel war nicht angesehen (Flex im I.). Programmatisch braucht Schmidt Rechner (Turing nach Zuse) für seinen piporakemeschen Übersetzerstaat, mir entsteht ein ameisenhaftes Wusebild deutscher Bürokratie über der Schmidt, gar nicht einsam, den Taktstock schwingt, mit immer genaueren Wörterbüchern, das wollte er auch bei Logarithmen, mehr Stellen. Ein zirkulärer Selbstläufer. Wie das geht, hatte ich hier vorerschlagen. Übrigens hat #Pascal den zweiten Rechner für seinen Vater erfunden, um ihm Rechnungen zu erleichtern, die er für den Staat (bin ich) trieb, und damit Steuern eintrieb. Interessant, wie der eurokritisch pleite ging. Ein Frage in die Runde: Was habe ich mir unter dem aus einer alten Biographie kolportierten "Zahlenkünstler" Schmidt vorzustellen? Das ist nirgends auch von ihm nicht ausgeführt. Im Zirkus gab es so etwas. Hier: Arno Schmidt, der 1914 in Hamburg geboren wurde und ab 1928 in Schlesien lebte, trat in seiner Jugend in Breslauer Lokalen als Gedächtniskünstler auf, der zahlreiche ihm zugerufene Telephonnummern im Kopf behalten, von hinten nach vorn aufsagen und miteinander multiplizieren konnte. Es ist das phänomenale Gedächtnis Schmidts, das die Eigenarten seiner Epik und Essayistik ermöglicht hat und das ihr Fundament bildet. http://www.zeit.de/1967/41/selfmadeworld-in-halbtrauer/seite-2 auch lustig. Stimmt das? Kolportage, gäbe ein 15-Minutenprogramm. Wer will die vierzehnstelligen Produkte nachrechnen, oder damals achtstellig? Schmidt geht wenig konkret auf einen Landvermesser ein: #Triangulation, die kleinsten Fehlerquadrate. Für ihn Handwerkszeug. (Reihen sagt er, meint aber eher algebraische, al djabr von Al Chawaajzimi oder Al Choresmi, als Taylorsche) Zu den Mayposts: Danke für das Nachreichen des Wissenschaftsstands. Löchrig. "Die Mathematik ist eine Mausefalle. Wer einmal in dieser Falle gefangen sitzt, findet selten den Ausgang, der zurück in seinen vormathematischen Seelenzustand leitet."
Gruß und es gibt niemanden der sich so charakteristisch gleicht wie ich mich mir

  1. W

dinosaur

Am 08.03.2016 um 13:09 schrieb W H:
> In Anbetracht der Tatsache, dass andere Kommentare vergleichbarer Werke in der Reihe "Haidnische Alterthümer" schon einmal 100 Seiten umfassen können, sind 40 Seiten von Günter de Bruyn zu Meyern und Dya Na Sore vielleicht wirklich ein bisschen wenig. Andererseits kommt es auf den Gehalt an. Und ob man im Nachwort eine ausführliche Interpretation wünscht.
Ich meinte die Dya Na Sore Besprechung von Schmidt selbst. In Anbetracht der Ähnlichkeit von Meyerns Biografie mit Vegas schimpft er dessen Liderlichkeit. Seinem Gesprächspartner versichert er auch, dass das Thema vollständig abgehandelt wird. Es fehle nichts. Zu wenig für einen Verriss. Man kann aus der zufälligen historischen Abfolge Dya Na Sore - Zarathustra - Mein Kampf keinen kausalen Zusammenhang folgern. Wenn Mays Bücher am Meinführerbett lagen, so wurde der versöhnliche Mensch nicht geschätzt. Soll der Dya Na Sore 195+ eine Diskussionsgrundlage mit einer Rechten sein? Ist ja egal, ob er dynastisch österreichischer Bellizismus oder preussischer Militarismus ist. Eine Diskussion ist die Negation des Schweigens und der Sprachregelung oder political correctness. Ausdruck. Noch nicht individuell. Für ein Lob, sei es des Vorläufertums, reicht mir die Betonung und Kürze der Besprechung nicht.
> auf einem Irrtum oder einem Schwindel
Wenn ich das negiere erhalte ich: kein Irrtum und keinen Schwindel. Ich übersetze Irrtum als Fehler, Schwindel als falsche Behauptung. Das Negat würde für mich die Wahrheit. Nun wissen wir alle, daß Schmidt alles sagt, aber nicht die Wahrheit, nicht mal beim Klopstockbrief. Er sagt auch nicht ein kleines Weniger als Wahrheit. Ich meine, er dreht es im postkriegerischen Trümmerfeld auf den Kopf, dreht jedes Trümmerstück um, nimmt es in die Hand. Wenn die Folge #Meyern - #Nietzsche die Trümmer vor ihm erklärt, dann ist die Folge Nietzsche - Meyern ebenso trümmerhaft, wenn Meyern Nietzsche ablösen soll, so sind die Trümmer gleichberechtigt, er kann sich beliebig daraus bedienen. Zurecht. Es gibt keine Traditionslosigkeit. Will er uns das an die Hand geben
Kann das sein, dya na sore = dinosaur?
Schmidt hat bei #Schiller abgeschrieben, der hat Dya-Na-Sore rezensiert. Und er hat das Schönste weggelassen: ... Die ganze äußerst einförmige und schlecht gehaltene Fabel dient einer reinen schönen Sittenlehre zur Hülle, die ihr aber oft so gezwungen und oft wieder so lose angepasst wird, daß sie weniger aufklärt als verdunkelt. Nichts beleidigt indessen mehr als die barbarische Durcheinandermengung das Abstrakten mit dem Symbolischen, oder der Allegorie mit den philosophischen Begriffen, die sie bezeichnen soll; in eben dem Augenblick, da uns der Weg zur #Wahrheit als eine Wanderung vorgestellt wird, hören wir darüber von dem Wandrer als über eine abstrakte Materie sprechen. Es fällt in die Augen, dass es dem Vf. überhaupt nur um ein Vehikel für seine Philosophie zu tun war; ob es passte oder nicht, galt ihm gleich; und so entstand denn dieser Zwitter von Abhandlung und Erzählung, der durch eine fast durchaus metrische Prose womöglich noch ermüdender wird.

Dann gleich dazu der #Dilettant bei Schiller:
Schaden: Alle Dilettanten sind Plagiarii. Sie entnerven und vernichten jedes orignal Schöne in der #Sprache und im Gedanken, indem sie es nachsprechen, nachäffen, und ihre Leerheit damit ausflicken. So wird die Sprache nach und nach mit zusammen geplünderten Phrasen und Formeln angefüllt, die nichts mehr sagen, und man kann ganze Bücher lesen, die schön stilisiert sind und gar nichts enthalten. Kurz alles wahrhaft Schöne und Gute der echten Poesie wird durch die überhandnehmenden Dilettantism profaniert, herumgeschleppt und entwürdigt.
#Wielands Laxität.
Da Schmidt das sicher gelesen hatte, oder wusste: Herzlichen Glückwunsch zur Gratwanderung.

mor

Schmidt ist kein Literat, Fabulierer, er gibt Anleitungen (Schiller, #Lessing #Herder?) oder Erziehung zu guter Literatur. Politischer Romancier ist er, persönlich apolitisch, sein Gesang kommt explizit #ötv, #STRAUSS zugute, aber es wird kein Zeitbild geschaffen, die Zusammenhänge werden als bekannt vorausgesetzt. Das ist vor und nach ihm erweiterbar. Die Geschichte ändert er nicht, ohne die ABM-maßnahme Kreuzzug ist Fouqué Raubritter, Arno reagiert sich daran ab.

labels : die nicht mehr passen :arno schmidt, nachsommer, stifter, oppermann, hundert, jahre, orpheus, musil, penthesilea, aristophanes, peter hacks, tieck, bernhard shaw, atala, chateaubriand, vian, bernhard, lohndumping, holzfaellen, webern, woolf, wundertuete, bargfeld, schwimmbad, jean paul, fouque, wittgenstein , sprache, brigitte hamann, , suttner, may, roda roda, brecht, bismarck, leibniz, buergi, briggs, herodot, physik, sommerfeld, pascal, triangulation, meyern, nietzsche, schiller, dilettant, wieland, ötv, oetv, strauss, herder, lessing, 

16. März 2016

trautes heim


Jeder Vers 1 Band!

Wunderbar, wie Arno dichtet.
Mangels berliner Bibliotheksspaziergang, Schmidtsekundärliteratur steht hier nicht, verwies mich die GASL wieder an Hartmut Dietz' Initationsgeschichten, der neben der perversen Jüngerdeutung, oder Schmidt der Arbeiter, eine wunderschöne Tabelle der Einordnung schmidtscher Protagonisten gibt, die, die bücherne #Kosmologie füllt sich, Heureka Po, hilfreich bei der Lektüre der Ländlichen Erzählungen ist. Machtphantasien bei Max und Moritz. Ich stelle mir dabei so einen blauen Schülerreclamband Erläuterungen und Dokumente vor. Das fasst besser als blinder Windmühlenwille. Das Wörterbuch Schmidtsch-Schuldeutsch fehlt. Der Verramschungswahn machte mich zum glücklichen Besitzer einer Tausendmorgen Goverthserstauflage, quasi geschenkt, steinerweichend das Herz. Bald sind die Gelegenheitsantiquariate leer. Die Ostbücher werden selten, die Papierqualität hält keine hundert Jahre. Haben sie Bernhard gefälscht? Medikamentenversuche an politischen Gefangenen haben sie gemacht, #Nivea - #Beiersdorf. Und sie haben sie gefragt! öffentlicherdiensttransport&verkehr ist literarisch und so werde ich, deren Grundsatzprogramm, kaufe wenns Blut auf den Straßen fließt auf sozialistisch, der SPD beitreten. Läuft man statt dessen durch gleichgeschaltete Buchläden, Hugendubel im Provisorium, Ammoniten im Shoppingfußboden, oh sinnlose vorvergangene Unterwelt, #ringelnatz, ich werde auch wegen Svetlana Geiers Karamasovs nicht russisch lernen, nur 17,99, 1 steinernes Herz, Thalia, gar nichts?! und nicht Metachinesisch schmidtscher Bedeutungszeichen lernen. Nichts! Ich bin mit keiner 1930er #Wölfin verwandt, noch meine Familie. Wir sprechen Deutsch als Fremdsprache und holen die Kolonialisten, der Sieger übernimmt die plattdeutsche Philosophie der Besiegten, ins Land, waren kapital mobil, mir ist der Satzbau verlorengegangen, et auf der anglen Seite des Kanals schrieben die unsere Gedichte. Jean Paul sagt, sie seien sprachlos. Ich verdiene vernünftig #ZettelsTraum, es wird ihn in als Taschenbuchausgabe à 20,- à, Querformat, 6 Bände geben. Zu spät. Hugendubel Ramsch, IG Farben tausend Seiten, Max Weber, und mehr jenseits schlecht, ab=seitig in die zehntausend gehend. Schriftsteller erinnere dich der Aufgabe: Ausgelastete Druckmaschinen leisten mit Dampfkraft hoch Gebirgiges. Apropos Schüler, warum sind kaum Sekundärartikel zugänglich? Die habens deshalb nicht kapiert. Warum nicht gegen -,50 Gebühr. Zu wenig? 1,- ? Notiert der Schmidtanfänger in die exzentrische konfuzianische Schublade. Wenn die, ... BILD: Schubladen knapp! Schmidt Interpretationen schuld! Bild meint: Ertappt! Nach der letzten, ich hab die Reihe gesehen, nach neunundvierzig zweiundreißig Seitenerklärung à la Automatenbuch #SuKuLTuR, ist alles klar. Roda Roda: Jetzt schreiben sie lauter dicke Bücher, als wenn uns überhaupt noch so viel Zeit bliebe, die zu lesen. Zurück ins Glied! Ist völlig klar. Kurz muss es sein! Logisch schlüssig. Trocken. Knapp. 32 Seiten = 2 DIN A3.
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