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24. Mai 2018

Terror

Ich beschreibe, was ich am besten kann: Gefühlskälte. Es ist in meinem betonierten Loch so kalt.

Der Ausguck ist leicht angehoben, ich peile hinaus. Einige Meter weiter sehe ich das Versteck. Die Klappe liegt anders. Sie waren da. Die Ratten. Ich hatte sie meist erfolgreich einbetoniert.
Dort lagern die Waffen für die Stay behind

Organisation,

die Gladio Affaire, die Organisation Consul. Alles das kommt zum Laufen, wenn das Zeichen gegeben wird, läuft die Aktion mit ihren Rädchen (= Schläfern) an, das x- te Rädchen wird in den Mechanismus eingeschaltet. Wie es funktioniert, weiß keiner, die Leitung, BND, oder ZK und die revolutionäre Zelle. Es gibt sie alle nicht.

Die Königsallee schlängelt sich bergauf, bergab, anmutig rechts links, gibt den Blick auf Havelseen frei, diese versenkt, wären sie klein, tief, lochartig, bis sie zur gewundeneren Stelle gelangt. Rathenau kam aus der Richtung des heute hundeverseuchten Grunewaldsees, mit Jagdschlößchen und Cranachausstellung. Er fuhr ein, zwei Minuten von seiner Adresse Nummer 65.

Halsbrecherisch an dieser Stelle zu überholen: Die Straße macht eine S-Kurve zuerst eine Linkskurve und geht bergauf, der Gegenverkehr ist schnell, die Kurve ist nicht einzusehen, und wartet man, bis sich die Kurve nach rechts wendet, muss man bergauf beschleunigen.


Rathenau liegt tot in der Königsallee. Der Erfolg beansprucht Wirklichkeit. Der Terror trifft keinen Juden, die Organisation Consul gibt es nicht, es trifft den Unschuldigen mit der guten Idee: es gibt kein Problem, die Verteilung stimmt nicht.

1936 zwei Milliarden Menschen à 40 Jahre Lust macht 80 Milliarden Jahre nachgeborene Lust. Und heute:

7 Milliarden mal 50 macht 350 Milliarden Jahre unerfüllte Lust. Wohin damit? Hierhin!



Hier die zweite Kurve einsehbar nach rechts, mit Gegenverkehr, der bergab fährt.
Kreuzung Erdener- und Wallotstraße. Die Fluchtroute.
 Halsbrecherisch hier zu überholen, eine nicht einsehbare Rechtskurve bergauf.

Zurzeit haben sie nicht mehr hingekriegt. Hier liegt er, nachdem er "Mein Gott!" gesagt hat. (70/80er Jahre Betonbau im Pflegeheimstil prägt nicht die Grundewaldallee, sondern Villen. In der Nachbarschaft, Podbielskiallee, Konsulate.)
 Wir verweilen. Die Stele ist von 1946.
Auf dem Weg zur Arbeit fuhr er an solch schönen Gletscherseen des Havellandes im geschwungenen Terrain im leichten Auf und Ab vorbei. (Heute ist die Grundewaldallee schlimmer als eine Durchgangsstraße auf der die Gutbetuchten ihre schicken Flitzer Schach von Wutenowmäßig auf- und abfahren und Rosen stutzen. Ergraut und gestresst mit der Gießkanne umherflitzen.)


Zwölf Jahre wohnte er hier. Sein Schloß nördlich von Berlin konnte man gerade noch billig kaufen, vergleichbare finden sich billig. Die Rathenaus ziehen wieder nach Berlin. (Hier wird die Immobilie getauscht, nicht gekauft.)
Hier lebte er und fuhr zur Arbeit los. Trotz Morddrohungen und Warnungen der mit seiner Sicherheit beauftragten ohne Sicherheitsschutz im offenen Wagen. Er habe keine Angst vorm Sterben. Wir nicht. Alt, ohne Kinder, ohne Liebe, nur platonisch.
Die drei Mörder, angeblich von der Organisation Consul, deren Existenz der unsympathische Ernst von Salomon begründet leugnet.

Ausgebildete Freikorpsoffiziere in ihren zwanzigern (in dem wuchtigen Bau der Lichterfelder  Kadettenanstalt an der Finckensteinallee, Ecke Kadettenweg, nur zu spät für den Weltkrieg, noch nutzlosere Helden, die lachend in den Tod gehen, und mehr nicht lachen). Die gerade nicht als Eintänzer arbeiteten. Zurecht vergessen. In diesem Fall ist der zynische Terror, mit nachträglicher radikaler vorgeschobener antisemitischer Begründung tragisch. Drei Leute im Tourenwagen (in der Größe eines kleinen Transporters) erwarteten ihn auf seinem Weg zur Arbeit. Sie folgten ihm, als er an ihnen vorbeifur, sie nicht bemerkte, überholten ihn an obiger Stelle, schoßen mit einer Maschinenpistole und warfen eine Handgrante in Rathenaus offenen Wagen. Rathenau starb sofort. Sie flüchteten über die Wallotstraße und stellten den Wagen ab, der bald gefunden wurde. Die Täter hatten ihn nicht überlebt. Nur der verurteilte Fahrer. Die Leute im Hintergrund, deren Mitwirkung unklar blieb. (Erinnert uns an den jungen Römer, der Archimedes "Störe meine Kreise nicht" schlecht goutierte. Er hatte den Römern mit seinen Kriegsmaschinen zugesetzt. Heute 2018 finden sich solche Radikalen. Wir haben keine Angst. Der Terror der O.C. soll angeblich vom Polizeipräsidenten gedeckt gewesen sein.)

Die Täter sind auf Fahrrädern geflohen. Auf den ausgebrachten Fahndungszettel hin fanden sich massenweise Päarchen in der Landschaft in schwarzer Kleidung auf Fahrrädern. Sympathisanten. Das echte Päarchen kam einen Tag zu früh oder zu spät an der Ostseeküste an und verpasste das bereitgestellte Fluchtboot. Sie wandten sich zurück in das Land (Mecklenburg) wurden von der Polizei gestellt, flüchteten in einen Turm, gaben sich mit der Polizei einen Schußwechsel, bei dem einer der Attentäter getötet wurde, der andere erschoß sich.

Sie nannten sich die Geächteten, im Gefängnis kamen sie nicht dazu, glorreich die offenen Ostgrenzen ohne Reichswehr statt dieser zu beschützen, und mit Heisenbergs Hilfe die Münchner Räterepublik zu beenden. Einer der Stätten des Bürgerkriegs, der durch jede deutsche Stadt zog.

Barbusige Sphingen säumen in Parallelstraßen die Brücken.

Die ganzen Gruppen schieben sich gegenseitig die Attentate zu, es ist Terror, nicht um den anderen anzuschwärzen, sondern weil jeder Terror der gegnerischen Gruppe nutzt. Die Gladioaffaire, die sich über ganz Europa gezogen haben soll, hat als rechte Stay Behind Organisation für den kommunistischen Einfall, willkürlich Terror gegen die eigene Bevölkerung getrieben, und keiner weiß, ob italienischer oder gesamteuropäischer Geheimdienst verantwortlich war. Die Wehrsportgruppe Hoffmann ist Strauss mit dem Oktoberfestattentat aus dem Ruder gelaufen, er war zu viel mit Waffendeals, mit vergleichbaren Gruppen, beschäftigt. Die Hinweise aus dem Attentat wurden nicht weiterverfolgt, obwohl ein Täter ohne Hand greifbar war. Chaussy schildert die Vertuschungsaktion. Die Angehörigen wurden verhöhnt. Seit kurzem wird gerichtlich weiterverfolgt. Die NSU Affaire fügt sich nahtlos in dieses Bild.


Das Motiv: Kommissar Schmidt hat sich ein Bild gemacht, aber das Motiv für den Mord, sagt er sowenig wie alle anderen. Rathenau bekommt kein Denkmal, wie Fats Waller, weil er Antizionist war. Er hielt sich mal für einen strammen Preussen, einen Deutschen aus jüdischem Lande, wie jeder andere Deutsche aus bayrischen, niederdeutschen oder sonstwie Lande. Die militärische Karriere wurde ihm verwehrt: Grundlos, ungleich, ungerecht, "daß er als Bürger zweiter Klasse in die Welt getreten ist und keine Tüchtigkeit und kein Verdienst ihn aus dieser Lage befreien kann." Er gehörte zur Elite und wurde diskriminiert. Er bemerkte, daß nicht alle deutschen Menschen gleich sind. Seine folgenden Beobachtungen waren genau. Er merkte vor dem ersten Weltkrieg, dass die sozialen Probleme reine Verteilungsprobleme waren, das Geld und die Waren waren für alle vorhanden, nur ungleich verteilt, zum Beispiel bei Leuten wie ihm.

Er wurde nicht als Jude ermordet, Kapitalist oder Erfüllungspolitiker. Er hatte gesagt, die Marktwirtschaft versage bei Knappheit. Alles werde teurer, nichts sei da, oder wo es sein sollte. Heute wissen wir, dass die Ökonomisierung derselbe hohlaufende überteuerte Schmarrn ist. Dem soll planmäßig gegengesteuert werden. Im ersten Weltkrieg hat er gezeigt, wie es gemacht wird, das Schießpulver wäre ausgegangen. Er wurde ermordet, weil er die Planwirtschaft erfand, und rechts wie links das Programm stahl. In Russland übernahmen sie sie, und Albert Speer übernahm sie für die Nazis. Die Einheitsloks (Dampf) fahren heute noch, obwohl nur für drei Monate Haltbarkeit gebaut (genialer Bauplan.)

Jede Behauptung zum Motiv sollte von der Wahrheit ablenken und der radikalen Sache nützen.

2. Mai 2018

Dr. Puschs Normalnovelle

Unter den Hochzeitsgästen hatte sich, wie schon kurz erwähnt, auch ein Doktor Pusch befunden, ein gewandter und durchaus weltmännisch wirkender Herr mit gepflegtem, aber schon angegrautem Backenbart. Er war vor etwa fünfundzwanzig Jahren an der Assessorecke gescheitert und hatte damals nicht Lust gehabt, sich ein zweites Mal in die Zwickmühle nehmen zu lassen. »Das Studium der Juristerei ist langweilig und die Karriere hinterher miserabel« so war er denn als Korrespondent für eine große rheinische Zeitung nach England gegangen und hatte sich dort auf der deutschen Botschaft einzuführen gewußt. Das ging so durch Jahre. Ziemlich um dieselbe Zeit aber, wo der alte Graf seine Londoner Stellung aufgab, war auch Doktor Pusch wieder flügge geworden und hatte sich nach Amerika hinüber begeben. Er fand indessen das Freie dort freier, als ihm lieb war, und kehrte sehr bald, nachdem er es erst in Newyork, dann in Chikago versucht hatte, nach Europa zurück. Und zwar nach Deutschland. »Wo soll man am Ende leben?« Unter dieser Betrachtung nahm er schließlich in Berlin wieder seinen Wohnsitz. Er war ungeniert von Natur und ein klein wenig überheblich. Als wichtigstes Ereignis seiner letzten sieben Jahre galt ihm sein Übertritt vom Pilsener zum Weihenstephan. »Sehen Sie, meine Herren, vom Weihenstephan zum Pilsener, das kann jeder; aber das Umgekehrte, das ist was. Chinesen werden christlich, gut. Aber wenn ein Christ ein Chinese wird, das ist doch immer noch eine Sache von Belang.«

...

»Nein, Herr von Szilagy, so tief ließ mich die Gnade nicht sinken. Aber ich treibe mein Wesen über dem Strich, und wenn man so Wand an Wand wohnt, da weiß man doch einigermaßen, wie's bei dem Nachbar aussieht. Ach, und außerdem, wie so mancher hat mir sein Herz ausgeschüttet und mir dabei seine liebe Not geklagt! Wer's nicht leicht nimmt, der ist verloren. Roman, Erzählung, Kriminalgeschichte. Jeder, der der großen Masse genügen will, muß ein Loch zurückstecken. Und wenn er das redlich getan hat, dann immer noch eins. Es gibt eine Normalnovelle. Etwa so: tiefverschuldeter adeliger Assessor und ›Sommerleutnant‹ liebt Gouvernante von stupender Tugend, so stupende, daß sie, wenn geprüft, selbst auf diesem schwierigsten Gebiete bestehen würde. Plötzlich aber ist ein alter Onkel da, der den halb entgleisten Neffen an eine reiche Cousine standesgemäß zu verheiraten wünscht. Höhe der Situation! Drohendster Konflikt. Aber in diesem bedrängten Moment entsagt die Cousine nicht nur, sondern vermacht ihrer Rivalin auch ihr Gesamtvermögen. Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie heute noch... Ja, Herr von Szilagy, wollen Sie damit konkurrieren?«

Und so auch, meine Herren, wenn ich von moderner Literatur spreche. Herr von Szilagy, den wir so glücklich sind, unter uns zu sehn, soll aufgerichtet, seine Seele soll mit neuem Vertrauen erfüllt werden. Oder aber mit Heiterkeit, was noch besser ist. Er soll wieder lachen können. Und wenn man solche Wirkung erzielen will, ja, dann muß man eben deutlich und zugleich etwas phantastisch sprechen. Indessen auch ernsthaft angesehen, wie steht es denn mit der Herstellung (ich vermeide mit Vorbedacht das Wort Schöpfung,) oder gar mit dem Verschleiß der meisten dieser Dinge! Lassen Sie mich in einem Bilde sprechen. Da haben wir jetzt in unsern Blumenläden allerlei Kränze, voran den aus Eichenlaub und Lorbeer bestehenden und meist noch behufs besserer Dauerbarkeit auf eine herzhafte Weidenrute geflochtenen Urkranz. Und nun treten Sie, je nach der Situation, an die sich Ihnen mit betrübter oder auch mit lächelnder Miene nähernde Kranzbinderin heran, um zu Begräbnis oder Trauung Ihre Bestellung zu machen, zu drei Mark oder zu fünf oder zu zehn. Und genau dieser Bestellung entsprechend, werden in den vorgeschilderten Urkranz etliche Georginen oder Teichrosen eingebunden und bei stattgehabter Höchstbewilligung sogar eine Orchidee von ganz unglaublicher Form und Farbe.«
»Kenne die Orchidee«, rief Wrschowitz in höchster Ekstase, »lila mit gelb.«
Pusch nickte, zugleich in steigendem Übermut fortfahrend: »Und genau so mit der Urnovelle. Die liegt fertig da wie der Urkranz; nichts fehlt als der Aufputz, der nunmehr freundschaftlich verabredet wird. Bei Höchstbewilligung wird ein Verstoß gegen die Sittlichkeit eingeflochten. Das ist dann die große Orchidee, lila mit gelb, wie Freund Wrschowitz sehr richtig hervorgehoben hat.«

Fontane, Der Stechlin, 34. Kapitel.



21. April 2018

Uneben

"Uneben" ist von Kleist, der zerbrochene Krug. Im Sinn "kein unebner Kerl" bei Schmidt.
Kleists Humanismus prangt auf den Scherben des zerbrochenen Kruges. Und die Figur des Richters Adam gibt die Vorlage für Schmidts Icherzähler: Verlogen (und korrupt) bis ins Mark, von einer weiblichen Wahrheitsauffassung, bizarr schiefsymmetrisch, Verdrängung unerlaubter Entjungferung von Mädchen, ganzen Generationen oder der bedrückenden Wissenschaft und der Logarithmen, sagt Adam mehrmals, gibt er vorweg zu, dass er ein schlimmer schäbiger Kerl ist,


Gestrauchelt bin ich hier; denn jeder trägt
Den leid'gen Stein zum Anstoß in sich selbst.
....
Doch wenn Ihrs herausbekommt, bin ich ein Schuft.

...

keiner hört hin, und er zeigt in den Details eine unwiderlegbare logische Konsequenz. Er genoß  Autorität aus seltsamer Menschlichkeit. Und  mit seiner sich überschlagenden Verzweiflung ist er sympathisch. (Herrn J.....m..... kollokieren lassen.) 




Das Stück entstand in Konkurrenz mit einem Wielandsohn.

6. April 2018

Elemente

  • Innerers - Äußeres Geschehen
  • Wasser Erde Luft Feuer
  • Analogien - Gleichnisse 
  • Es ist wahr, 
  • Alternativen
  • aber sonst
  • Vererbung oder Zufall
  • aber sonst
  • aber sonst
  • alles Lüge
  • Anton Reiser
  • von Karl Phillip Moritz
  • http://gutenberg.spiegel.de/buch/anton-reiser-4900/1

5. April 2018

windmuehlen


windmuͤhlen

Angefertigt Donnerstag 29 März 2018


Ich muss ein wenig ausführlicher werden, weil die Erzählung
windmuͤhlen,
aus der Reihe seiner besseren, nicht gelesen wird.
Nach dem Lesen einer längeren unverständlichen Geschichte ergibt sich eine einfache Handlung:
2 Männer überbringen dem Bademeister im Schwimmbad einen Brief. Das Schwimmbad wird beschrieben.
Es wird zu viert geredet. Dann fahren die beiden wieder weg.

Diese wird bei genauerem Hinlesen mit diversen Motiven und Motivchen angereichert, die teils Parallelerzählungen sind, mehrere Stränge ergeben.
Wie immer bei Schmidt homo= und sexuelle Unterthemen, denen hier nicht nachgegangen wird:
  • Vererbung oder Zufall
Sodann "Frau Technik regt ihre Gelenke" und der Titel "Windmühlen" in der Einleitung. Es wird auf wiederkehrendes Kreisen bezug genommen, sowie auf technischen Fortschritt, unterschwellig wie bei Don Quijote die Windmühlen seiner Zeit sowie gesellschaftlich er als Ritter, als in der Bargfelder Heide, wo Öl gefunden und gefördert wurde, gepumpt wird, nicht mit Mühlen, wie in Holland, das Wasser aus dem Land, in Spanien, das Wasser ins Land. Sie wurden in ihrer Einöde abhängig vom Weltgeschehen der Ölkrise, wobei man hier ganz unbedarft im Auto umherkurvt, bis nach Italien reist. Beziehungsweise nicht selbst verreist und wie die Eintrittskartenverkäuferin in einer unbekannten literarischen Welt abtaucht. Wie das Auto sind Mühlen Antriebsmaschinen, die bald als Dampfmaschine beweglich werden.
Vieles davon wird einleitend in der Erzählung angerissen.
Das Drehen, die Wiederkehr, die ewig gleich ankommenden Wellen der Fresslust, Reiselust, Vergnügungslust, Autolust, Welle um Welle. Gewimmel im Kleinen und angedeutet kosmologisch im Planetarischen.
Es ist der überzuckerte betäubende Trubel der frühen Bundesrepublik, und dem in die Einöde des Waldbades sich entziehenden Bademeisters graut, da er auf alte Erinnerungen, die er meiden möchte zurückgeworfen wird, und den hypnotisierenden Windmühlenflügeln anheimfällt, ausgeliefert wird, wovon er sich aktionistisch befreit, was er schuldbewußt wieder rückgängig macht.
Einzelne Details wie die Jupiterbedeckung liest man aus einem Nachschlagewerk Stein ab, lässt sich davon aber möglichst nicht die Gesamtsicht einer Schau der frühen Nachkriegsrepublik verstellen
Die Mechanik dreht sich jetzt durch die ganze Geschichte und den Untergrund. Die Wellen schlagen in steter Wiederholung ans Ufer. Wo doch Kreisbewegung und Sinus sowieso zusammenhängen.
:Das Karussell!
Ich empfinde diese Erzählung als Beispiel seiner Fototechnik, stelle mir dabei aber keine Collage von Polaroidfotos vor, sondern das sind Schmidts reine Gedankenfotos, die bei Zeitgenossen lebendig werden oder sind. Er ist ein Mosaikarbeiter.
Das Gesamtmosaik entdeckt seine Details. Nicht plumpe Kritik an Gesellschaft oder Technik, sondern Hinweis auf Alternativen. Auch Rekonstruktionstechnik ist gefragt.
)Und es sind nicht die Wasserwelten und der willenlose Wille, wie Herr Jürgensmeier meint, der sich hier ausdrückt.(
(Die Ideen stammen von Herrn S., der sich hier beschweren möchte, wenn er sich wiederfindet.)

15. Februar 2018

Flucht in moderne Wissenschaftlichkeit

Zur praktischen Anwendung nach Ichkennihnjetzwohlgauss:
Wir haben hier in Berlin das Fahrrad zur Flucht und den fouquéschen Anhänger.

Man findet die Hausnummern nicht, denn die Straßen sind nur manchmal
eine Seite gerade, die andere ungerade gezählt. Viele der alten sind eine
Seite raufgezählt, die andere runter. U=förmig, Hufeisen. Wie lang ist die Straße?
Muss ich bis zum langen Ende radeln, oder kommt mir die hohe Hausnummer
gefällig auf der anderen Seite drei Häuser weiter entgegen?

Nach Gauss muss ich nicht bis ans andere Ende radeln, sondern auch wenn man
kreuzend die Straße mittig erreicht hatte, nur auf die andere Straßenseite
wechseln und die Nummern beider Seiten addieren.

Beispiel eine Seite 1 andere 1000, ist 1001, die Straße ist 500 Häuser lang.
17.Juni

2. Bsp. 1 und 38, die Straße ist 19 Häuser lang. Stindestraße.

Königstraße:
In der Mitte: 245 und  555, die Straße ist 400 Häuser lang.

Das lehrt einen der siebenjährige Gauss, wenn man sein Leben
lang schlagflüssig die Fassaden abgeradelt hatte.

Leider leider geht aus dem Falkplan nicht hervor an welchem
Ende sie anfängt zu zählen. Oder ich habs noch nicht gesehen.



Gauss glaubte an die Möglichkeit der Bewohnbarkeit des Mondes, er machte sich
Gedanken über die Kommunikation mit den Mondmenschen, er telegrafierte bereits
(vor Faraday).

"In einem Brief an Gauß vom 26. 1. 1802 berichtete von Zach
von Helligkeitsschwankungen der Ceres, kam aber nicht auf die Idee, dass es sich
dabei um den Rotationseffekt einer nicht überall gleichhellen Oberfläche handeln
könnte. Überhaupt war die Frage nach der physischen Beschaffenheit der Himmels-
körper damals von untergeordneter Bedeutung, denn es gab ja noch nicht die Spek-
troskopie, welche zusammen mit der Fotografie seit etwa 1860 den Schlüssel zur
Erforschung der Physik der Himmelskörper bis in die heutige Zeit hinein darstellt."

"Gauß hielt es nicht für völlig ausgeschlossen, dass der Mond bewohnt sein könnte,
und machte sich gegenüber seinem ehemaligen Lehrer Eberhard von Zimmermann
(1743–1815) Gedanken über Kommunikationsmöglichkeiten mit den hypothetischen
Mondbewohnern."

https://www.univerlag.uni-goettingen.de/bitstream/handle/3/isbn-978-3-930457-72-4/gbs_30.pdf?sequence=1

Gauss in einem Brief an Olbers.

"Nicht weniger interessant wäre die Frage über die Folgen, welche der Stoss
einer festen Masse von 2 — 10 Meilen im Durchmesser gegen die Erde
unter plausibeln Voraussetzungen für die Dichtigkeit und relative Ge-
schwindigkeit [derselben hätte].
Ich bin geneigt zu glauben, dass bei
einem Durchmesser von 10 Meilen ein Untergang des ganzen Menschen-
geschlechts auf dem festen Lande dadurch sehr wohl denkbar und
vielleicht auf Schiffen auf dem Weltmeere die einzige Rettung zu er-
warten wäre.

Vielleicht auch da nicht. Ist die von Cordier neulich wieder so
lebhaft unterstützte Behauptung wahr, dass in einer vergleichungsweise
gar nicht grossen Tiefe unter der Oberfläche schon alles im glühend-
geschmolzenen Zustande, also die feste Rinde gar nicht sehr dick
ist, so wird diese selbst von einem sehr kleinen Kometenkern ein-
brechen und zertrümmert werden, dadurch die Hölle gleichsam hervor-
brechen und alles zerstören und ins alte Chaos verwandeln. Wir beide,
lieber Olbers, und unsere Kinder können es aber noch geruhig ab-
warten.

Doch verzeihen Sie, lieber Olbers, diese Träumereien. "

Im Fouqué kommt Gauss nicht vor. Massenbach ruht sich ohne Gauss bei Olbers aus.

Fouqué war nach Schmidt ein erfolgloser Autor, der schrieb, wie er dachte, unzeitgemäß, und wäre es auch geblieben, nur durch die Missdeutung, Missinterpretation seines Publikums einer unsicheren Zeit hatte er Erfolg und wurde 1820 fallengelassen. Der Vorwurf wird der Person Fouqué gemacht, die für den Autor nicht zutrifft.

Mit modernen Problemen gibt Schmidt sich nur ab, soweit sie jemand (Massenbach oder Fouqués Zeitgenossen) (~ ±1700-) 1800-1850  vorhergesehen hat, und Schmidt stellt sich deren damalige Vorschläge zum nachgebildeten Heute zusammen.

[Ich erprobe abschließend Herrn Jürgensmeiers Programm und teste Schmidt auf "mathematischen" Gehalt, es liegt nicht in Schmidts literarischer Absicht uns diesen zu erhellen. In seinen möglichen Geschichtskonstellationen ist Schmidt unhistorisch wie jede Physik oder ein willkürliches mathematisches Modell, und wird sich nicht
deterministisch festlegen lassen. Ist das nun Feigheit?]

Schmidt ignoriert ab Fouqué die Wissenschaft der Reichskanzler (Hertz, Helmholtz, Bismarck) von ungefähr 1871 bis zu ihrem Ende. Oder die Gesamtschau ist schiefsymmetrisch und er hangelt sich von Trick zu Trick. Siehe Das Schmidtarno.




Bitte betrachten:
Jesus hat die Geldwechsler aus dem Tempel gehauen.

Im Tempel schufen die Tempeldienerinnen, Fachwort? (Vestalin), mit Hysterie Wirklichkeiten, wie heute an der Börse.

Financial kann man oben durch philosophical ersetzen und es ist Zustand bei den Konstruktivisten der Logik und den lokalen Feldtheoretikern mit endlicher Lichtgeschwindigkeit. Das alles ist, wie ich jetzt verstanden habe, trivial, der Mittelwert -(Gauss)-satz der Differential- und Integralrechnung, verallgemeinert.

Ich und Musil sind mit Gauss bei Ceres und Kepler mehr die Ferntheoretiker, wir wissen nicht, was zwischen Ceres, der Sonne und den störenden Planeten oder in der Liebe geschieht.

Die Nahwirker wissen das schon, bleiben aber mit Benn lokal. Die Nahwirkung wird mit der Ausbreitung eines Gerüchtes verglichen, von Paul Karlson, sehr anschaulich.

Das kann dann alles mit Gauss und literarisch mit Musil, Mach und Hertz abgerundet belegt werden.

 
Und dazu ist die ostdeutsche gierige Gerüchtementatliät gut geboten, es funktioniert noch.

Welcher Literat arbeitet mit Gerüchten? (Den Stil des empfohlenen Jergović, dantesche Hölle, habe ich inzwischen auch woanders wiederentdeckt (schon dagewesen). Pythagoras kommt in die christliche Hölle, nicht weil er in der Mathematik etwas richtig gemacht hat, sondern weil er mit seinen theoretischen Musikversuchen
die Musik versaut hat.)


Als Fouquéradler und Profitbankrotteur kommt der Wind, bei märkischen minus 15 Grad, immer von vorne und es geht immer bergauf, diese kleine Rechnung eines  eindimensionalen Rotors ist die seines nichtverschwindenden Umlaufintegrals, nicht der Silhouette sondernder Stellung des Radlers im Wind, am Hang, also soll Literatur Widerstand bieten, der Autor zwischen Leser und dessen Wunscherfüllung, der Weg im Buch erzeugt Widerstand, und ich fühle mich lebendig wie der weltergriffene Fisch auf dem Fahrrad.
 
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