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12. Mai 2019

ubw - The Raven

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Angelegt Montag 06 Mai 2019

Liebe L.,

ich schildere hier ubw-es wahrhaftig, trotz der Verdächtigungen zu absichtlichen Irreführungen meinerseits und Nichtlektüre meiner mails, wie schön, dass sie nicht gedruckt sind.

Ich las den zweiten Goldlack-Dialog von 1971 über Bulwer (das dekadente Lordthema als Fouquéfortsetzung!) und dachte er enthalte eine Anleitung zu Zettels Traum, da er schön zeigt, wie Schmidt einen englischen Autor interpretiert und einige (langweilig zu viele) Übersetzungsdetails anbringt, aber ohne Metaüberbau wie bei Poe. Ich merkte dann schnell ´71 war nach Zettels Traum.

Ich zweifle nicht, ich hatte den Raven, im Sinne schmidtscher Vermutung, entschlüsselt.

Near a Raven

erste Strophe habe ich übersetzt

Poe, E

Nahe 1 Raben
Mittern8e so muede und düster, und muede.
ruhigst erforshnd buecher erhabner all jetzt übrholtr lehr
Waernd m1 eher lang Nik, - das unheimlich klp.
1n verdejtg zittriger Klang verstoerte, m1 zimmers vortuere.

"Diss", x fluestert ruhigs, "x übrhör".

x (russisch für ch), 10 Buchstaben gelten für Null. Hätte Schmidt machen sollen.

Dann las ich die Anleitung zu dem Gedicht, Philosophie dichterischen Schaffens von Poe, und lachte mich krank in dem Wissen, dass Pi eingebaut wurde, und Poe das nicht erwähnt. Bitte auch einmal versuchen.

Poe: "Innerhalb dieser Grenze stehe die Länge eines Gedichts im mathematischen Verhältnis zu seinem Werte."

Und der verdächtigen Stellen mehrere mehr.

Bestätigt wurde ich durch Poes Gedicht Valentine, in dem der Name Osgood eingebaut ist (und durch die Zahlenfolgen von Schmidt, die hier diskutiert wurden. Es gibt einfache Tabellen A=1, B=2, C=3 usw. dort muss 2 6 von 26 unterschieden werden.) Und die Bemerkung im Schmidtumfeld Poe habe gesagt, man könne jedes Rätsel entschlüsseln (wie Die Morde in der Rue Morgue, oder Rilke und der Symbolismus.). Soweit die Konditionierung.

(Im Quijote zweiter Teil will der Ritter ein Gedicht auf Dulcinea mit ihren Namensbuchstaben (17 = unsymmetrisch) als Zeilenanfängen machen lassen.)

Nach einigen Übersetzungsschwierigkeiten und Rätseln im Vergleich mit den mannigfaltigen deutschen Übersetzungen, kam mir der Gedanke, wie weit Poe das Spiel (Buchstaben im Gedicht ~ 740) wohl getrieben habe, also auf wie viele Stellen von pi? Nur die erste Strophe?

Wieviele Stellen waren zu Poes Zeiten bekannt?

Euler hat 1755 in einer Stunde 20 Stellen berechnet, Vega liederliche 140, von denen nur 136 korrekt (sic!) sind.

Sharp gab 1699 71 Stellen an 1706 Machin 100.

http://www-history.mcs.st-andrews.ac.uk/history/HistTopics/Pi_chronology.html


Alarmierend stand dann im Haffmanns Poe zum Raben, es gebe keine Varianten! ???

Hier nun die richtige Zahl von Poes The Raven, den man dann, neben vielen Raben in der eba findet.

35
44185518434
4415377284
5166785417
22435772264
12471871264
44374

(Obigen Schlüssel A=1 ... habe ich noch nicht probiert. )

Denn Near a Raven ist die cadaeic cadenza von Mike Keith. (Mit Carl Sandburg u.a. macht er es auch. Pi auf 740 Stellen, also zu Poes Zeiten unmöglich.)
nevermore
Nichtniemandsnirgendsnie, denn Stifel darf nicht weiterrechnen. Zahlenmystik ist immer mal interessant. Resumée: Möglich ist es schon dass Poe programmatisch vorging, läßt sich das enträtseln? Das fehlen von Varianten, empfinde ich als Hinweis, dass gerade keine behauptete dichterische Motivation/Poesie vorliegt. Es wurde nicht gefeilt, es wurde streng konstruiert.

Jetzt kommen die bestellten 6 Nachtprogramme. (Verkauft Fischer immer noch die 1988er Auflage? Wirkt so. Brands Haide ist ja wohl über die 700 hinaus.)

Verschweigen und irreführen, nicht meine Sache.

Es grüßt

Ichkennmichwohlvulv


10. Mai 2019

Anleitung Zettls Traum lesen



Sehr hilfreich waren mir
»Wu Hi?« - Arno Schmidt in Görlitz Lauban Greiffenberg

Dort sind Arno Schmidts witzige Brief an Heinz Jerovsky, in demselben seltsamen Stil den er in Zettels Traum auch verwendet.


… denn wallflower heißt Goldlack..  in diesem zweiten Dialog von 1971 ergeht sich Schmidt über die Bulwer Lytton Übersetzung  (das dekadente Lordthema als Fouquéfortsetzung!) und ich dachte er enthalte eine Anleitung zu Zettels Traum, da er schön zeigt, wie Schmidt einen englischen Autor interpretiert und einige (langweilig zu viele) Übersetzungsdetails anbringt, aber ohne Metaüberbau wie bei Poe. Ich merkte dann schnell ´71 war nach Zettels Traum.


Man kann sich dann noch den ersten Dialog „Was wird er damit machen“ hier bestellen.

Nachrichten aus dem Leben eines Lords

Sechs Nachtprogramme


Vielleicht hilft einer noch meine allgemeine minimale Arno Schmidt Beschreibung für LeserInnen hier:


d-e-r-z-e-t-t-e-l

(Klopstock, den Schmidt wegen seiner Sprachzerstörexperimente schätzte, hatte Listen für griechische etyms (Homonyme) angelegt.)

16. April 2019

Wirkennenihnsoungefährgauss


Liebe L.,

Lilienthal ist mir im Moment etwas zu teuer für die 400 Zettel.

Ich äußere deshalb meine Vermutung.

Der Hinweis zu Schmidts Arbeit mit der Tabelle in der Firma hier aus der L. ist hilfreich, es ist eine Geheimschrift.

Poe, E.s Raven ist eine memnonische Merkhilfe für die Zahl Pi.

Poe, E.
Near a Raven

Midnights so dreary, tired and weary, (=3,1415926535)
Silently pondering volumes extolling all by-now obsolete lore,
During my rather long nap — the weirdest tap!
An ominous vibrating sound disturbing my chamber’s antedoor.
“This,” I whispered quietly, “I ignore.”

Also ruhig mit richtiger jeweiliger Buchstabenzahl übersetzen. Auch eine Pflicht, an der man was hat. Bei Eins stets hölderlinsch O!

Ich murkse mal mit Schmidt an Fermat herum wie in Schwarze Spiegel:

https://www.arno-schmidt-stiftung.de/eba/search?q=fermat

Also entweder b² oder c² muss imaginär sein, wegen x²+y².

Und wenn N immer größer wird, immer, dann wär es eine Reihe.





Dass er ggf. auf unendliche Reihen (aka analytische Funktion, man kann jede Funktion als Polynom (Taylor) mit unendlich vielen Gliedern darstellen, also als Reihe, die dann unendlich viele Nullstellen hat, und deren Konvergenz interessiert) oder imaginäre Zahlen abhebt, erläutert er nicht, beziehungsweise nimmt mich nicht mit auf die Reise, beschreibt eher einfach Bekanntes und dreht sich ein wenig im Kreise. Aber die Zeit vergeht.

Nach Lektüre von Rinser, einschließlich Biografie von de Murillo (Rinser: Wir lebten!), Ernst Maria Langs Autobiografie (Jünger als einziger den Krieg thematisierender Literat), und Dieter Hildebrandt und Ensikat (Bahr) (Hildebrandt zu Grass (und sich selbst), Ensikat zum fremdschöngeschriebenen staatstreuen Lebenslauf eines "Widerständlers" und der Auffassung davon nach der Wende,) sowie der neusten Nolde Umdeutung zur Deutschstunde, kommt doch einiges zutage:

Ist das jetzt eine Verharmlosung, oder der Einblick in die wie auch immer geartete innere Emigration?

Schmidt ist mir dabei immer noch ausgenommen, auch in seiner gaussisch (rathenauschen) monarchischen Einstellung.

(Mir wurde hier auch angedeutet, dass Carroll diophanitsche Gleichungen benutzt und ich sortiere Schmidt auf ein ähnliches (elementares) Level.)

Prinzipielle Gedanken von Gauss zu seiner Methode der kleinsten Quadrate greift er nicht auf.

Ich formuliere es so:

Eine Zahl ist wie eine Artilleriegranate, sie trifft nur ungefähr das Ziel.
Und dann verbessert man die Treffergenaugkeit. (Trefferungenauigkeit ist Thema im Stürenberg.) Göttingen wurde bei Napoleon wegen Gauss ausgenommen, die MathematikerIn die Napoleon unter Aufgabe ihres Inkognito darauf hinwies hiess Sophie Germain.)

Der konkrete Umgang mit der Realisierung von Zahlen geht so. Und ggf. auch der idealistische.
Man kann bei Gauss schon die Unschärferelation vorweggenommen sehen, obwohl ihm die Relativitätstheorie zugeschrieben wird mit der Aufhebung der euklidischen Geometrie. Die Störungsrechnung jedenfalls wird von Anfang an und immer noch angewandt.

Deshalb wäre ich mal gespannt im Lilienthal zu blättern und werde im voebb suchen.

Hätte Schmidt die Formeln stramm an der Hand gehabt, hätte er Zettels Traum nicht als Fingerübung betrachtet. (Sondern so ein kleines Ingenieursformelheftchen beabsichtigt.)

Gauss hatte viele Tabellen (=Zahlentafeln) angelegt. Ich empfehle das knappe gut lesbare Lelgemann Gauss und die Messkunst, das mir mathematisch ein wenig zu kurz ist.

In diesem Buch steht nun, dass Gauss stets konkret (wie Schmidt in manchen Übersetzungsangelegenheiten) angewandt war, und die Geodäten ihn als den ihren requirieren.

Zu Gauss Zeiten nicht erst seit den 1950/68ern hat sich die Ausbildung vom Anschaulichen ins Abstrakte verschoben, exemplarisch mit Crelles Journal. (Mit etwas Glück war eine gute Ausbildung bis in die 1950er möglich im Sinne von Gauss- Riemann-Klein (-Sommerfeld))

Der wenig praxisorientierte Unterricht scheint seinen Grund bei den sogenannten reinen Mathematikern zu haben, deren Schule sich erstmalig zu Zeiten Gauss´ bildete. Der preussische Oberbaurat Leopold Crelle gründete 1826 das "Journal für die reine und angewandte Mathematik", welches bereits kurze Zeit später den spöttischen Beinamen Journal für reine und unangewandte Mathematik erhielt ....

Felix Klein zählt
zu den Analytikern des Crelleschen Journals Dirichlet, Abel (der mit Gauss "arbeitete") und Jacobi
zu den Geometern Möbius, Plücker und Steiner.

Mit u.a. Bessel wurden verschieden lange Sekundenpendel um die ganze Welt verschickt und getestet (Am Äquator kürzer wegen der Zentrifugalkraft.) Der Briefwechsel mit Olbers ist wegen seiner Lesbarkeit stets zu empfehlen. Gauss hielt sich in der Nähe von Bibliotheken auf.

Infolge dieses wenig praxisorientieren Matheunterrichts ist den meisten Menschen unklar, weshalb Gauss so berühmt ist, was seine Formeln aussagen und wozu sie nützlich sind, wissen die wenigsten und das nur vage.

Wenn man dann noch etwas zu Statistik und Messgenauigkeit weiterliest: "Wenn wir nicht unwissend wären, gäbe es keine Wahrscheinlichkeit: es wäre nur Platz für die Gewissheit da, aber unsere Unwissenheit kann keine absolute sein, denn sonst würde es nicht mal eine Wahrscheinlichkeit geben. (Es muss doch wenigstens etwas Licht vorhanden sein, um bis zu dieser unsicheren Wissenschaft zu gelangen. Die Wahrscheinlichkeitsprobleme können so nach der größeren oder kleineren Tiefe unserer Unwissenheit eingeteilt werden.)" sagt Poincaré.

Insofern macht sich Schmidt (/Wollschläger) stets mit seiner Übergenauigkeit, Schmidts Zeichenlehrer hatte noch eine Leichtigkeit, verdächtig und auch sein Atheismus ist hier abgehandelt: Es gibt keinen Platz nur für die Gewissheit (oder einen Gott, diesen falsch verstanden.)

Es grüßt aus der familiären* Deutungsfabrik: Was Schmidt nicht ist!

K.


*Meine Familie brauchen Sie nicht zu kennen, nur so viel, ich habe so viel von Gauss und der Berliner Straßenzählung (rechts raufgezählt, links runter, Summe gegenüberliegender Hausnummern fast konstant) und ungefährer Hausnummer und Orientierung geschwafelt, bis mir ein Familienmitglied immer noch nicht verwirrt dies nette Buch oben mitbrachte.

26. März 2019

baut

baut ein Haus
baut ein freischwebendes Haus
baut ein luftiges freischwebendes Haus
Wer?
Der Minister 

Das Bundesbauministerium
Der Senator für Bauen Wohnen und Verkehr. Und!

Der Beamte
Ein Spinner

Ein Philosoph
Aristophanes
Ein Schüler Sokrates´

Der Gärtner baut ein durchsichtiges luftiges wie frei schwebendes Gewächshaus.
Der Gartenpächter, der Belehnte.

Der Finanzmarkt baut auf ein aufbauendes luftiges freischwebendes Haus in der Schneeballlawine.

Adverbaler Stil, wie Russische Nomen.
Statt schmidtschem Nominalstil

25. Februar 2019

Fordere!

Arbeite! 
Geniesse! Verachte!
Übertreibe!

Gehorche! Lies! Wiederhole! Verschweige! Unterdrücke! 
Ehre! Fühle!
Erwarte!
Übertreibe!

Schenke! 
Hör zu!

Bescheide! Übersetze! 
Verbrich! Beschuldige!
Stirb nicht, verblute! Ersticke! Ertrinke! Fiebre!
Erstarre!
Platze!
Tausche aus! 
Bange, hoffe! Wehr ab!

Zeuge! Töte!
Bewerte! 
Träume! Male aus! Wegtreten! Abwesen!

Schlafillusion, vergessen, ausdenken, Wunderland, fantasieren, auf die Schulter klopfen, Luzidität, über die Klippe stürzen, fliegen.
Gestalten. formen, erwarten, pinkeln, Wecker, begründen, einorden, vorraussetzen, zufällig, vorstellen, auswegslos, sich einreden, erdichten, erfinden, sich sammeln, lösen, ängstigen, nachhängen, hoffen, schwärmen, dämmern, erwarten, vertrauen,
annehmen, mutmaßen,sich vorspiegeln, befürchten, fürchten, träumen, ahnen, vermuten, wittern, sich einbilden
Verrücke einmal!
Heirate!
Verrücke ein zweites Mal!
Leb zusammen!




(Abasatzweise aus dem vorigen Post abgeleitete Verben als ...)


Beispiele:

Übertreibe!
Zettels Traum ist überproduziert. Rechnet sich lokal. In England.
Überproduktion, das ist´s! Literarische dazu!
Der vermeintlich lokale Markt nationaler Literatur ist globalisiert. Zettels Traum ist ins Englische übersetzt und weltweit einigermaßen lesbar. Die Rendite ist absehbar lokal endlich. 
Schenke!
Soziale Projekten verschenken Bücher. Sie tauchen aus den Kellern auf 50 Jahre ungelesen, kreisen nicht, der Buchhandel schreckt, und korrigiert filigran kreisend.
Wir erfinden dafür den durch künstliche Intelligenz lernfähigen Zuhörroboter. Die Ergänzung zum sprechenden Buch. Das leere Blatt hört zu.
Hör zu!
Und lesen den Punkt von ... : Der Punkt wird langezogen, gebogen, und zu einem Gesicht zusammengefügt, zu Deinem, es gesellen sich mehr Gesichter dazu, dann viele, Städte, Zivilisation, die ganze Welt, die sich von Ferne betrachtet auf den Punkt am Ausgang reduziert. 
Bescheide!
Das Buch ist besser übersetzt. 
Übersetze!

usw.

Eine Liste zum Traum: ist oben rechtsbündig

22. Februar 2019

auftragsarbeit


Überproduktion, das ist´s! Literarische dazu!
Der lokale Markt nationaler Literatur ist globalisiert. Zettels Traum ist ins Englische übersetzt und weltweit lesbar. Die Rendite ist lokal endlich.
Die Bücher verschenken sich in sozialen Projekten. Sie werden aus den Kellern geschleppt und nach 50 ungelesenen Jahren wieder lesbar, im Warenkreislauf sind sie nicht vorhanden, der Buchhandel verkauft aktuelle Thriller, und filigrane Korrekturen des zirkulären Selbstzwecks. Romansfleuves.
Wir erfinden einen lernfähigen Roboter, der zuhört. Als Ergänzung zum sprechenden Buch.
Und lesen den Punkt von ... : Der Punkt wird zum Strich langezogen, zum Kreis gebogen, und mit diesen Elementen zu einem Gesicht zusammengefügt, zu Deinem, es gesellen sich mehr Gesichter dazu, dann viele, Häuser, Bäume, Städte, Zivilisation, die ganze Welt, die sich von Ferne betrachtet auf den Punkt reduziert. 
Ob geniale Übersetzungsleistungen das Werk nicht besser machen helfen, wer weiß? Welcher Spanier bewertet die deutschen Übersetzungen des Quijote? Die Thematik wird international gewählt, wie in Was vom Tage übrigblieb. Wir nehmen Auftragsarbeiten an, vorzugsweise für Häßliches aber niemals 5000 Seiten lang, höchstens 5. Also kein Rushdie, Wallace, Schmidt, Proust.
Alle  schreiben häßlich, verschandeln. Warum sollte das nicht auf einer Seite möglich sein.
Dazu habe ich eine Theorie entwickelt. (Ich verzichte auf den Nachweis von Zitaten oder Ideen, ich habe die Herkunft vergessen. Sie sind wiederholbar, und wenn ich nicht zeige, wozu sie taugten, sind sie wertlos.)
Liebe ist schön. Ein Spiel. Die Frucht Zufall. Weibliche Entscheidung, was notwendig erscheint. (Sagt Toller) (Zum vorherigen Post, nicht alle Frauen hassen ihren Vater, dennoch sollten sie vielleicht eine Vaterfigur hassen. Vorzugsweise eine selbstgeschaffene.)
Den Tod beschreibe ich in beliebigen Varianten. Die Hölle dauert ewig, auch wenn auf der Uhr nur fünf Minuten verstreichen. Jeder trägt den Tod mit der Geburt in sich, Kinder kleine Tode, Erwachsene große, der Mann in der Brust, die Frau im Schoß und nährt sie im Laufe des Lebens. Beim Sterben vervollständigt (erfüllt) sich der Tod und holt nach, was im Leben nicht ausgefüllt war, womit er nicht ausreichend genährt wurde. Je nachdem wie ausgewogen es verlief, wird der Tod leicht oder schwer, sagt Rilke in den Briggeschen Aufzeichnungen.
Den Tod mit Alkohol, Tabak, Drogen, Völlerei nähren ist klassisch. Dann gibt es noch die grenzenlos schöne Variantenvielfalt von Krebs: Verbluten, Verdrängen, Erdrücken, Aushöhlen, Aufbrechen, Erstarren, Platzen, Fressen, Überproduzieren s.o.. Grenzenlos, weil sich die menschliche Zelle nicht an die Grenze der Nachbarzelle hält, sondern sich der Wolllust der Hefezelle anheimgibt und die sich ausdehnt und teilt und teilt und teilt. In den Mensch hinein. Vorzugsweise aus den weniger vernarbenden Organen heraus, Leber, Haut, Knochen, Gebärmutter, Epithel. Geschlechtsorgane kann man problemlos herausschneiden und gut heilen, sie gehören nicht dem eigentlichen Menschen, sondern der nächsten Generation. Das treibt ihn ja auch. Maszlos, süchtig wenn man so will. In der alten Literatur scheint das unverstanden.
Der Tod in der Brust ist der Herzinfarkt mit Bluthochdruck, Rauchen nährt ihn, er ist heldisch, explosiv.
Bluthochdruck macht den Schlaganfall. Danach ist der Tod eingeschränkt mit Verstand oder Steuerung zu nähren. Dennoch ist der Schlaganfall weniger für Intellektuelle. Heinz Erhard hatte ein Aphasie, oder Jürgen von Manger. Aber man mache sich keine falsche Fantasie, die Blödheit liegt beim Betrachter.
Gefäßerkrankungen, Aortenrupturen, Darmtumoren, beim Darm reichen chronische Entzündungen. Für den Afrikaner kommen immer Infektionen in Frage. CMV (Zytomegalievirus als Sekundärinfektion) auf unerklärlicher Grundlage. Nosokomiales (Kolibakterien) und Medikamentnebenwirkungen und viel Komplikation bei viel Intervention. Der Ehrgeiz der geilen Intensivschwester. Aber süß war sie. (Der Temporallappen registriert, wenn der Okzipitallappen Beobachtungen von Berührungen anderer verarbeitet. Und bezieht es auf sich.)
Verkalkung, Erstarrung, das war es noch, kommt dazu. Macht die belasteten Gefäße spröde. Mikroeinblutungen verblöden. Gefäße platzen.
Auch Austauschen bringt nichts. Erstens haben wir nicht so viele Organe, dass da immer was zu holen wäre, ausserdem wird die Immunsuppression unterschätzt. (Die Konstanz der Anatomie hat etwas Beruhigendes (Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse, (Milz) und Gänge, Herz (Gefäße, Lymphe) Darm, Lunge , Hirn (Nerven).). Bald ist man mit Hoffen und Bangen durch. ) Das Immunsystem wehrt nicht nur ab, es lässt zu, und weiss, was es zulässt, es sei denn es wird gestört, durch Impfungen beispielsweise.
Walt Whitman hat als Sanitäter gearbeitet, ich könnte Krankheiten wie Grashalme beschreiben, überall vorhanden, für jeden erreichbar. (Ja ich weiß nicht in Afrika bei Dürre, dort aber Bohnen zum Bohnenspiel.) Als Film Bringing out the Dead.
Geilheit, Scheißen und Bluthochdruck ist eine Kombination, gegen die es so schnell nichts zu finden gibt. Und verkalkte Gefäße. Gallensteine. Kaputte Nieren und Pleuraergüsse. Herzschwäche und Wassersucht. Lieber Nierenversagen als Lungenversagen. Denn Hämolyse bei Malaria.
Der Mitmensch ist eine tödliche Krankheit. Menschen Wolf.
Wozu noch Selbstmorde und Autounfälle. Oder so lächerliches wie Mord. Je weiter man in Amerika absteigt umso bewaffneter ist man. Blutrache ginge noch, aber die ist bei den Germanen aus der Mode gekommen.
Vielleicht tschechischen Methanolwodka, oder chinesischer Hustensaft, Vergiftung durch Designerdroge, oder gepanschte Reimporte von Fentanyl oder Leichterem. Ist ja kein Drogenhandel sondern Medizin. Und das alles auf Lifestyle pimpen.
Ich hatte meinen Materialwert taxiert, nach der Versicherungssumme der Unfallversicherung für mich als Soldat bei der Bundeswehr: 6000 Mark maximal. Wenn man das in Relation setzt, zu den Krediten, die ich aufnehmen könnte. Ein Arzt wird höher taxiert, dem muss man den Status ersetzen.
Proust und Ishiguro thematisieren den Traum. Bild der Wissenschaft sagt dazu, der Traum kennt keine Erinnerung, meines Erachtens beseelt er mit dieser Sorglosigkeit. (Der Traum schafft Erinnerungen.) Es ist wichtig, dass einen jemand an der Schulter fasst, er war vorher nicht da, aber nicht, weil er nicht vielleicht doch schon wirklich da war, sondern weil wir etwas nicht beachtet und beobachtet hatten und uns nicht erinnern, was an dieser Stelle vorher war oder nicht war. Nicht, dass wir uns an den Traum nicht erinnerten, sondern uns im Traum nicht erinnern, und auch so handeln, als ob wir keine Erfahrung kennen oder durch unser Handeln mit Erinnerung erlangen. Es gelten keine Voraussetzungen und Bedingungen, die Orte wechseln.
Wir haben Muschgs Kinderhochzeit gelesen als legitimen Ansatz, nur selten kleinteilig und zu zeitnah, im Großen Bogen gelungen. Er hat die Bösen so gut beschrieben, dass sie schon wieder schön sind. Man Verständnis für sie gewinnt. Selbst wieder so sein will. Trotz aller historischer Warnung. Im Roman geht es um die fehlerlose Liebe. Und ganz anders als man denkt. Er setzt Anton Reiser und Wilhelm Meisters Wanderjahre fort. Mit Spinoza.
Was ist denn der Unterschied zwischen einer Sexarbeiterin und mir. Ich würde mich in ihrem Arbeitsumfeld zurechtfinden nicht irritiert sehen. Analverkehr betreib ich unter umgekehrten Vorzeichen, ich verbreite keine ansteckenden Krankheiten und ich helfe sie heilen, oder bilde mir das ein, oder bin angestellt bei denen die mit Hilfe oder Scharlatanrie Geld verdienen. Vergnügungssucht ist das nicht. 
Ich bin eine Professionelle und bearbeite ein Tabu.
Ich helfe beim Analverkehr aus der simplen Tatsache, dass er nicht funktioniert, und wenn er nicht funktioniert, man nicht mehr scheissen kann, ist man schnell tot. Das wars dann auch mit dem Hedonismus.
Auch hier herrscht Überproduktion, und wenn die literarische Beschreibung zirkulär und genau ist, erschöpft sie sich schnell und trägt zum schlechten Geschmack bei. Zu häßlicher Literatur.
Je nachdem wie ich mich als Professionelle sehe, bilde ich mir auf mein Fachwissen etwas ein und bin doch nur Handlanger.
Ich komme jetzt für die Lesereise in die kleine Stadt suche meinen Repetitor. Ich bin ein berühmter Nobelpreisträger, Worstsellerautor, und alle sind mir dankbar, dass ich für eine spezifisch nur lokales Durcheinander mir die Mühe mache und die Zeit mir nehme, mich herablasse, hier zu gastieren, es ist für die Bewohner der Stadt existentiell.
Ich gebe mein Gepäck einem Hoteldiener, dessen Ehrauffassung seiner Arbeit es nicht erlaubt die Koffer abzustellen, obwohl er alt ist und sichtlich darunter leidet.
Ich werde in ein Konferenzzimmer gebracht, dort sitzt Catherine Sloper: "Ich will nicht heiraten, auch wenn Du nicht mein Bruder bist, sondern Dich nur so anfühlst. Das letzte, was mir mein Vater vorwarf war Dickköpfigkeit, das mag stimmen, aber es spielt keine Rolle mehr, ich habe meinen Kopf durchgesetzt, aber bereue ich es, ist die Frage, und ich könnte Dich jetzt endlich heiraten, wenn Du willst, aber ich glaube ich möchte nicht, ich habe alles geopfert, und halte mich dennoch für glücklich."
"Aber Du lebst nur in der Stille."
"Da ist nichts Schlechtes dabei, es ist nur oft mühsam sie herzustellen. Und Geld habe ich ausreichend, dass mir mein Vater seines nicht anvertraut hat, ist richtig, auch wenn seine Befürchtungen, ich würde es verschwenden unwahr waren."
"Und Dir reicht meine brüderliche Liebe."
"Sie muss mir reichen, mehr erwarte ich nicht."

1. Januar 2019

Auftrag IV: Häßliche Liebe - Kla 4 Konzerte

Complexity for complexities sake


Er fuhr zum Konzert in den Miles Club. 2000, heute geschlossen. Ausfallsallee im Osten Berlins. (Heute traffic club? Otto Braun /Mollstraße ???)


Anfahrt in der Straßenbahn unter One-Night-Stand suchenden jungen Matronen, Frauen. alternden Mädchen, hormongesättigt, beginnend schwitzend. Dabei allen Geruch vorher weggespült, und auch hier nicht aufkommend. Vielleicht später. Säuerlich. Im Bett in den Laken. Weichgespült duftend.


Nette Unterhaltung mit ihr dennoch in der Straßenbahn (Ost), auf der Wegsuche dorthin, da sein Interesse aus einsamer Jagd kein Opfer sucht, besser er nicht wusste, was das ist. Die Frau Entpannung findend, erleichtert, in einer Feuerpause Atem schöpfend, der überbordenden Befriedungslust. Sie hatte sich wohlgefühlt.


Der Club zweigeteilt, vorne Theke, groß, voll, eher alkoholisch berlinerisch, wie er jetzt erkennt. Alle laut. Hinten Club, niedrige Decke, Mulgrew Miller und Niels Hennig Ørsted Pederson hinten auf der Bühne, leise, niedergschrieen. Dumpf. Er wusste, dass sie nicht laut spielen würden, sie würden niemanden übertönen. Sie wollten gehört werden, sie wollten, dass man ihnen zuhörte. Das war nicht der Fall, alle waren zu breit, zu begekifft, zu sehr getrieben auf der Suche nach dem Abenteuer.

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Sie spielten zum 100. Geburtstag Ellingtontitel im Duo. (Fachartikel jazztheorie hier, Sophisticated Lady ihm zu terzgeschichtet in der Bridge.)
Beim letzten Stück Come Sunday kapierte das Publikum nachträglich, was geschehen war, sie hatten das Konzert verpasst, klatschten frenetisch, trieben die Musiker in der Zugabe noch mal an, modern schnell zu spielen, intellektuell, Abschluss. Alle sind hereingefallen, Musiker und Publikum. Feiern sich selbst. Auch richtig irgendwie. Aber warum geht er dafür ins Konzert, es hindert doch nur. Protestantisch unerweckt, auffallen, aber im Sommer nicht oben ohne, prüde. Entkleide Dich! Calvinistisch sexueller Erfolg. Die frigide Hausfrau verdient mit ehelichem Porno Dollars, Tickets. Warum hat er Geld?



Vorne an der Bar unter Menschen neben ihm, die Frau fraß ihn an mit Kirschaugen, er war angefressen, unvollständig, die Kirschen boten sich an aus ihnen ein Stück abzubeissen, angebissen. Peinlich berührt von seinem Manko, das er nicht füllen konnte, wie ein Loch durch den Bauch, und das jeder bereits vor ihm bemerkt hatte, konnte er sich gelähmt nicht mehr vervollständigen, potenzieren, ein Defizit, pornografische Schulden, und sah gewohnt nur den intellektuellen Ausweg, ihm war, Angst oder Trieb, nicht bewusst, dass beides Leben ist, unpersönlich, sich seiner bedient, Zweifel, wie unfruchtbar das ist wären angebracht, steril sah sie wirklich nicht aus, sie erweckte ihn in eine Problematik, das Weib gegenüber sah ihn passiv aggressiv, von maszloser Lust getrieben, dabei in ihrer Art wirklich schön, gewaltbereit, kannibalisch, paradiesisch, weichlich, triefig, feucht an, er passte in ihr Opferschema, sie weich im Schritt, es rüttelte, schauderte sie, er wandte sich eises- und verstandeskalt außen steif mörderisch der Musik zu, er wollte zuhören, war zum Zuhören gekommen, und die Liebe zu Miller war wirklich größer, was sie nicht verstand, aber die Lust war mindestens gleich, aber Lust mit Miller sinnlos, das wusse er vor allem, logisch wie er war, er dachte, dass er wollte, Lust hätte er auch gewollt, innen gewaltig steif, wäre er vorbereitet, vollständig, sinnlich gewesen, wie sie sinnlich vom Hirn übers Herz bis in den Beckenboden, bis in die Facettengelenke, aber er der blondblaue Engel, sie die griffige Erkenntnis, alles brüllte, er Jungfrau wie er war, trauerte sofort der verpassten Gelegenheit nach, ja hat bis heute sich und ihr gegenüber ein schlechtes Gewissen. Enthemmung schadet nicht. Er war verwirrt, dass die sexuelle Annäherung ihm galt, er hatte das bisher anders erlebt und sah sich innerlich um, ob nicht jemand anderes gemeint war. Und sie noch maszlos. Spinnt der, mich stehenzulassen, zu erschrecken, ich bin seinetwegen, der Hübsche, gekommen, wütete sie innerlich. Wenn er nur wüsste wie das geht. Sie stutzte, wie konnte sie der Junge irritieren, wusste er nicht worum es geht. Sicher, wäre sie in ihrer Selbstverständlichkeit nur einen Hauch zurückhaltender gewesen. Sie ahnte nicht dass sie dieser Jungfrau nur mit einem Rückschritt den entscheidenden befreienden Atemzug ermöglichen musste. Sie konnte sich das nicht vorstellen, dass die Lust den entsetzten Verstand bei ihm vorantrieb. (Nach Jahren ihre Wiedebegegnung, mit seiner freundlichen Frage: Was wenn dann und wie wenn nicht. Sich gemeinsam anlächelnd, gleich bei welcher Antwort.) Äußerlich war man einander nicht vorgestellt. Namenlosigkeit, das ists!  Was wäre wenn? Hatte er seine Rolle nicht überdacht, konnte er sich nicht vorstellen, daß er für die Bedürfnisse einer Frau lustvoll, nur namenlos, Gutes tun konnte, es ist armselig. Ohne Selbstbewußtsein krallte er sich an seinen eigenen Namen. Nun ist Mulgrew Miller tot, gestorben am Streß in der armseligen häßlichen Welt. Er fühlte sich stets nicht als Avantgarde sondern rückwärtsgewandt, passé, mit Blick auf die übersehenen Schönheiten der Vergangenheit, Phineas Newborn. Er wollte der Welt das Schöne entgegensetzen, er investierte, das kostete all seine Kraft und Geduld. Sein Blutdruck stieg. Les McCann hat im Quasimodo die lustlachende und -stönende Frau in der Ecke des Clubs abgekanzelt, ihr "hihihihi" nachgeäfft und gemeint, er spiele zum Zuhören, ob sie beide nicht gehen mögen. Die Jungs laden die Mädels wohl ein, weil der Jazzclub so smart ist und ihnen ein intellektuelles flair gibt. (Mal Waldron (Billys Pianist) flirtet, bandelt mit den jungen Mädchen an.) Aber echten Jazz hassen die Frauen, er ist leidenschaftlicher als sie (Paolo Conte, le donne odia(va)no il jazz). Die Liebe ist seitdem genauso häßlich, wie sie sich dort angekündigt hatte. Die matronesche Frau wühlt sich wutentbrannt durch die Menge davon, Hass auf ihn ausschüttend, Rache suchend, wie jede vor- und seitdem. Jedenfalls heute bekam sie keinen mehr ab freute er sich a priorisch hämisch. Die Annahme war Gewißheit. Das wenigstens hat seinen oberen Stolz wieder aufgerichtet. (Er hatte Nat Adderly verpasst im Quasimodo, so etwas unverzeihlich.)


Er trauert bis jetzt um die verpasste Sexgelegenheit. Entjungferung. Wo wäre der kunderasche Ekel und die Wehmut zum Außergewöhnlichen aus Der Scherz? (Muss man sich erst selbst oder andere kennenlernen?)

Gefühl gegen Verstand. Erweckung. Es merkte keiner, es interessierte keinen, was sie verpasst hatten. Was nur er merkte, wußte. Er ist die Elite, wie Virginia Woolf in den Wellen. Ist das snobistisch?


Am Schluß waren sie begeistert und wußten nicht warum. Das legten sie bestimmt in sexuelle Energie um. Leidenschaft durch Jazz. (Warum nicht in Ekstase nackt, barfuß, oder heureka schreiend, durch die Stadt laufen, es würde vieles vereinfachen.) Er wußte warum. Sein Verstand irrte, das Gefühl nicht. Er schlug Sex als Verstandesangelegenheit aus. Maßlos im Genuss von Musik. Gefühl gegen Trieb. Die Gesellschaft zu bekifft, hilflos sich selbst zu helfen. Mann, das ist aber auch alles so steril. Es schien so, als erwachten sie gegen Ende aus ihrer Ekstase und merkten, dass sie eine andere Ekstase verpasst hatten, nur war die schöner. Zu dieser Erkenntnis beklatschten sich alle selbst, auch die Musiker, ihre eigene berlinersche Bekehrung. Sie erkannten sich biblisch in New Yorks akrobatischen Citysex wieder.


Er wusste warum, er hatte Miller bürgerlich in Hamburg zuvor erlebt.


Auch dort wurde er niedergeschrieen. Er traf NHØP auf dem Klo. Irgendwie peinlich ihn dort zu begrüßen, beim Pinkeln, er unterliess es, hätte es machen sollen, er wurde auch nicht alt. Die Freundin, (Puls 100), meinte auf seine Bemerkung Miller sei ein Guter, woher er das wüßte, man wisse nie. Sie haßte ihren Vater, wie alle Mädchen. Sie entrüstet über das tollende lärmende lautstarke randalierende Volk. Und es klirrten Gläser wie auf den New Vorker Clubliveaufnahemen.


In Mannheim hörte das Publikum zu. Miller saß allein in der Umkleide, das traurige Bild. Er machte das schon Jahrzehnte. Er, sein Gast, war ganz vergnügt, das Konzertpublikum wusste nicht worauf es sich einliess. Ungefähr in der Hälfte des Konzerts wendete sich je ein Teil der Päarchen dem anderen zu und stellte den Irrtum und Fehler in ihrer Beziehung fest, sie liebten die Falschen, Erweckung, aber die falsche, die andere Hälfte kam zu ihrer Zeit zu demselben Ergebnis, alle, der ganze Saal von 500. Der Hass war gesät, wogte durch. Was kam später, er weiß es nicht. Miller spielte und vermittelte sinnliche Schönheit (Treue, Wahrheit (von Liebe redet keiner)), etwas was es in ihren bürgerlichen Beziehungen nie gegeben hatte, wie ihnen aufging.


In München klirrte die Schickeria, ausgewählt und eingeladen von Bang und Olufsen, mit den Kir Royal Gläsern. Adabeis, keine Elite. Als wir an der Treppe um Karten an der Kasse anstanden, denn sie, seine Mutter dazu, waren nicht eingeladen, schaute sie sich um und bemerkte für alle vernehmlich, "Weisst Du ("Sohn"), was uns von den anderen unterscheidet? Wir sind nicht so dumm wie die anderen." (Wollen nicht so dumm sein, meinte sie. Nachdenken.)


(Er ist noch Horace Silver durch Deutschland nachgereist, Kommentar Berlin: "Das war doch was." bestimmt vom schönen Mädchen  mit Freundin hinter ihm. Kommentar München: "Die waren gut." vom gedankenverlorenen Vater. ... Er kannte sie schon, wusste es nicht.)


Mutter weinte im Konzert, es ging ihr wie schöne Musik stets an das Gefühl. Da sie ein vernarbtes Trommelfell (Kriegskind Mittelohrentzündung vor Antibiotika) hatte, hörte sie nicht so gut, wie sie es wünschte. Sie bekam ein Glas Sekt von B&O spendiert (die gekauften Karten (aus der vorherigen Stadt, in München gabs an der Kasse nur den nummerierten Abrissschnipsel) sahen identisch, wie die verschenkten aus, hatten nur einen anderen leicht zu überspielenden blassen Stempel und galten als Gutschein), er eine CD.


Er schüttelte Mulgrew Miller nach dem Konzert die Hand und überreichte ihm ein kleines Geschenk (Keller, Generalbassschule). Er dankte ihm für, die Mühe konzertant durch Deutschland zu reisen. Miller stutze, freute sich später aber doch, weil er ihm zuwinkte. Und zu tingeln. (kategorischer Imperativ, "You can even swing!", er muss es noch selber machen.)


Der Händedruck war beunruhigend, ganz weich, sanft und dennoch beunruhigend, warum?


Jedenfalls wurde er widerlegt, Herz, Nervenknoten dahinter und Unterleib bilden einen reflektorischen Kurzschluß, den das Hirn höchstens modulieren, dämpfen oder fantasievoll verstärken kann. Ihm fiel es später ein, als er drüber nachgedacht hatte, Miller war etwas kleiner als er (190cm). Aber hatte, was selten vorkommt, größere Hände als er (knappe Dezimen).


https://www.youtube.com/watch?v=vHX1QHwzPX8

Bei Storyville: The Duo - Live

Millers Aphorismen:

Farewell to Dogma

Interview Jazz (sich interessant machen)


Mulgrew Miller zu Parkers Konzept, Wurzeln im Blues, im sozialen Austausch, vermeintlicher Progressivität (Cool Blues, Four)

https://www.youtube.com/watch?v=hMeEVcr_zlk

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